Es bleibt alles anders! ...und doch immer so gleich, schon mit 2291 Beiträgen. Sonstiges lest ihr bei frau rosemarie.


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Erstaunen

Immer wieder ernte ich Erstaunen, wenn ich erzähle, dass ich Oma geworden bin. Manch einer oder eine freut sich mit mir und erzählt vom eigenen Enkelchen! So gestern im Klamottenladen. Andere reagieren komisch, das Fragezeichen ist ihnen ins Gesicht geschrieben: “Kann doch gar nicht sein? Willst du das wirklich, du kennst doch die junge Mutter noch gar nicht lange!”

Ja, ich habe sie erst nach dem Tod von MamS kennen gelernt und der Start war verhalten – sie sollte auf die Junioren aufpassen während ich beim Chor war. In kürzester Zeit entstand eine Vertrautheit, die sehr schön ist. Daniela ist tatsächlich wie eine Tochter für mich. Und dazu braucht es nicht unbedingt viele Jahre!

Der kleine Finn, der kleine Wonneproppen hat unser aller Herz erobert – Carsten hat sich heute sogar rasieren lassen, weil er wusste, dass am Nachmittag die ganze Meute auftaucht, weil die Eltern Auto reparieren mussten und kleine Jungs und hibbelige 9jährige Mädchen stören in der Mietwerkstatt gewaltig! Tja, und so war hier Fullhouse, ein wenig Remidemmi, ich habe nach langer Zeit einmal wieder Hausaufgaben gemacht – psst, aber nicht weiter sagen; Sarah ist schon etwas schlampig!

Es war schön, Leben in der Bude und sie steht noch – die Bude. Nichts wurde so auf den Kopf gestellt, dass man es nicht wieder umdrehen konnte. Das bisschen Glitzernagellack auf dem Teppich und dem Köfferchen hat Wiebke noch nicht gesehen… Ach, und es wird ihr auch nichts ausmachen!

Ich bin geschminkt worden. Mit Lippgloss wurden mir die Augen angemalt und ein Bindi sitzt mir immer noch zwischen den Augenbrauen. Reichlich Nivea, das ja keine neuen Falten kommen hat mir Sarah mit einem Pinsel ins Gesicht geschmiert. Ob ich deswegen so erschöpft aussehe? Einen anderen Grund weiß ich nicht, war es doch ein toller Nachmittag. Können wir gerne einmal wieder machen – ehrlich!

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Still

Nicht still, weil’s Kindlein schlafen will, sondern still, weil ich es so will!

Mein schlechtes Gewissen plagt mich dennoch – ich sage zu oft irgendwelche Aktivitäten ab. Aber, dass es gut ist wie es ist, das zeigt sich an der Ausgeglichenheit der Junioren. Zwar kränkeln beide etwas, Carsten hat sogar Fieber und verschläft die Hälfte des Tages, Wiebke hat ihr Spielfeld ins Kerlezimmer verlagert und macht ab und zu auch ein Nickerchen… Ich zeichne, male und verbrenne! Mir ist warm!

FlammeHeute Nacht habe ich von Kindertheater spielen geträumt. MamS war mit mir oberhalb eines Burggraben, im Graben waren Kinder, die ein Stück vom Dachs und Enten spielten. Ein kleines Dachskind fror erbärmlich und so hat MamS kurzerhand unsre grüne Decke herunter geworfen. Jemand anderes warf eine Fackel, so fingen die Kerzen zu brennen an. Ein Mädchen nahm unsre Decke und erstickte damit die Flammen, die ein Mäusemädchen ankokelten. Schnee aus einer Schneekanone fiel und das Märchen war zu Ende.

Als ich aus der Requisite die grüne Decke abholen wollte, war diese nicht da. “Meine Tochter hat sie zur Reinigung gebracht, sie werden sie später bekommen!”

Heute morgen war die Decke da, völlig heil und sauber…

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9

Leben

Das Leben ist immer lebensgefährlich! Von wem dieser Spruch ist, weiß ich grad nicht. Mag auch nicht nachschlagen, glaube aber, dass Erich Kästner dies geschrieben hat.

Jedes Leben kostet das Leben – aber wir sollten es auskosten und so gut wie möglich jede Minute genießen. Heute war Geburtstag von Sarah und Sarah hat uns einen Antrag gemacht: “Könnt ihr auch meine Ersatzfamilie sein? Petra willst du auch meine Oma sein?” “Ich auch!”, Elias kräht aus der Ecke mit schokoladenverschmierten Mund…

Puh ist das schnell, geht das rasant. Mein Herz rast, mein Atem geht bobobobobob und in meinem Magen hüpft ein Luftballon und schlägt Purzelbäume. Warum ist bei uns nichts normal? Warum sucht uns eine Familie aus, die völlig gaga ist – liebevoll gaga und herzlich?

Ich fahre Achterbahn! Gefühlsachterbahn – Trauer, Glück, Freude, Angst, weinen, lachen, verkriechen, rausgeschubst werden, Vergangenheitsgeister, Zukunftsgespenster, Rauschgoldengel, Erzengel, Trauerspiel, Komödie, Volkstheater und große Bühne – alles! Leben eben!

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7

Familie

Sie sind wieder weg. Zurückgeblieben ist ein Lächeln, Freude und Glück in den Bäuchen. Ein bisschen Chaos im Wohnzimmer, viel Durcheinander in der Küche, Babynahrung, eine Thermoskanne und der Stubenwagen – aber der sollte ja hierbleiben.

Wisst ihr wo der Wagen jetzt steht? Wisst ihr was jetzt darinnen liegt? Wisst ihr, wer stolz wie Prinzessin auf der Erbse ist? Wiebke hat das Wägelchen eigenhändig in ihr Zimmer geschoben, ihre Susi reingelegt, liebevoll zugedeckt und nun schläft das Tantchen in der Gewissheit, dass bald der kleine Finn wieder kommt…

Auch wenn wir nur die Adoptivfamilie sind, schöner kann es anderswo auch nicht sein!

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8

hmm

Lest nicht weiter, wenn ihr was Besinnliches wollt. Ich schreibe nämlich nichts über den zweiten Advent und die Vorweihnachtszeit. All überall ist darüber zu lesen, es glitzert, die Engelchen fliegen, es wird gebacken und durch die Stadt gehetzt.

Diese Lichterflut in den Städten, diese Reizüberflutung, dieses Überangebot an Waren, viele rennen durch Kaufhäuser und kaufen und kaufen und kaufen. Im Durchschnitt soll jeder Deutsche ca. 380€ für Geschenke ausgeben. Nee ne? Zuhause geht’s dann weiter, 22 Sorten Gutsle (Plätzchen) backen – die gute schwäbische Hausfrau macht das so – Stollen, möglichst zweierlei und dann noch Weihnachtsschmuck basteln… Alles muss perfekt sein! “Auf den Weihnachtsmarkt müssen wir auch noch!” … und die vielen Weihnachtsfeiern. Hier eine die andre auch noch, wichteln – da kommen doch bloß die überflüssigen Geschenke vom Vorjahr wieder raus und werden weiter gegeben. Irgendwann ist die Flasche Weinbrand wieder bei dem, der sie mal aus Verlegenheit gekauft hat.

Wenn es jetzt so aussieht, dass ich die Adventszeit nicht mag, so liegt ihr falsch. Ich liebe es, Bratäpfel zu brutzeln und Plätzchen mag ich auch. Ich mag nur keine Hektik und kein Gezerre um Geschenke – ich mag Geschenke und schenke selber gerne. Nur nicht wenn ich muss, wenn die Zeit dafür vorgegeben ist. Weihnachten hat doch eine ganz andere Bedeutung und Advent heißt Ankunft und nicht Abhetzen…

Wir lassen jetzt mal unsere Engelchen fliegen, ich dekoriere die Juniorenzimmer mit tausend Sternen, Lichter leuchten – Kerzenlichter! Wiebke wird sich an mein Singen gewöhnen und heute Abend gibt es auf Wunsch von Carsten Schweinebraten.

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© 2014 piri ulbrich | 1386 Tage Kuddelmuddel voller worte. | Mit schon 2291 Beiträgen. | Manchmal mischt sich hier Fiktion mit Wirklichkeit. | läuft unter WordPress | Theme: Bugis von Elmastudio

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