Pusteblume

PusteblumeJa Pusteblume – wo bist du? Verkrochen, versteckt vor dem Regen? Dein weicher Watteflaum ist ganz verdetscht.

Ich würde so gerne deine Schirmchen in die Luft blasen und sie wirbeln sehen. Stattdessen sehe ich plattgedrückten Löwenzahn in Nachbars Garten. Pfützen vor dem Haus; Nacktschnecken, die Tulpen anknabbern; Kinder, die unterm Regen herlaufen…

Wir frieren und wollen doch am Wochenende verreisen – in den Schwarzwald – ob es dort wohl schneit?


 

Am Abend geschrieben

Ach du großer lieber Gott, was machst du mit mir? Schickst mich früh ins Bett und lässt mich dann doch nicht schlafen? Was soll das? Ich bin müde, zugedröhnt mit Medikamenten, muss morgen zeitig aufstehen und brauche meinen Schönheitsschlaf.

Hallo, du da im Himmel, gib mir endlich deinen Segen, behüte mich, sag meinem Mann, dass ich ihn liebe und sag meinen anderen Toten, dass ich sie nicht vergesse, auch wenn ich nicht jeden Tag an sie denke. Aber gib mir endlich die Ruhe, dass ich einschlafen kann. Lass mich nicht zu sehr grübeln, verbanne das Puckern in meiner Stirn und lass meine Beine mich und die Junioren tragen. Dann will ich auch tagsüber mutig sein und bewusst in Frieden mit mir und der Umwelt leben.

Gute Nacht!

So jetzt

Jetzt haben wir den Fall, den wir nicht gebrauchen können – ich bin krank!

Schon einige Zeit plagte ich mich mit verstopfter Nase und leichten Klopfkopfschmerzen. Ich habe viel getrunken, meine Nasendusche reaktiviert, das Nasenspray aus der Versenkung gekramt, immer schön den Schnodder* hochgezogen und ein Traubenkernkissen gekauft, damit mein Näschen es schön warm hat.

Mein HNO sagt:

Hochziehen ist viel gesünder als Schnäuzen ins Taschentuch, weil man beim sogenannten Hochziehen den Schleim aus Rachen- und Nasen- sowie Stirnhöhlenbereich entfernt. Dieser Schleim oder besser die darin enthaltenen gesundheitsschädlichen Bakterien wird/werden nach dem Abschlucken im Magen von den dortigen Magensäften unschädlich gemacht. Das Vermengen mit anderem Mageninhalt, anschließend Darminhalt, ist völlig unschädlich.

Das Schnäuzen ins Taschentuch dagegen ist körperschädlich (gesundheitsschädlich und fördert Infektionen), weil automatisch bei diesem Vorgang (bei jedem einzelnen Schnäuzvorgang!) ein Teil des Schleimes in Richtung Nasenhöhlen und Stirnhöhlen gepresst wird.

Dorthin übertragen dann die im Schleim enthaltenen Bakterien die Entzündungen aus Nase und Rachenraum.

Geholfen hat nichts wirklich. Eigentlich ist es eher schlimmer geworden. Ich kenne meine Nase und meine Nase weiß mich an ihr herumzuführen – sie hat es geschafft, sie hat mich geschafft, ich habe den Bereitschaftsarzt gerufen, ihm meine Lage geschildert und der nette junge attraktive schöne Mann, hat gemeint, dass mich nur Cortison retten kann.

Okay, ich habe nichts gegen Cortison, habe immer was davon im Medikamentenschrank und das durfte ich jetzt wieder raus holen. Der Doc verpasste mir noch eine solche Spritze – jetzt bin ich noch müder und verschwinde umgehend – und ich hoffe sehr, dass ich die doofe Nasennebenhöhlen- und sonstige Gesichtshöhlenentzündungen ohne Antibiotika (die mag ich nämlich gar nicht) in Griff bekomme.


P.S.: Verlangt bloß nicht von mir, dass ich den Kopf beuge, denn dann könnte es sein, dass mein Kopf vor Schmerzen zerspringt und das wollt ihr doch bestimmt nicht, oder?

Müde

Müde bin ich geh zur Ruh…

… es war ein schöner Ausflug heute, erst Museum Würth und dann ins Anne Sophie Haus zum Mittagessen, in Künzelsau spazieren gehen, den Hoppel* besuchen, drei Herrschaften kutschieren und Spaß mit ihnen haben…

Es war schön, aber für mich auch schön anstrengend. Ich bin ja die Fahrerin, Ein- und Ausladerin, Unterhalterin nach verschiedenen Seiten – unsere Begleiterin ist eine tolle wunderbare Frau, sie versteht sich mit Carsten und Wiebke sehr gut, erzählt aber manchmal auch Dinge, die die Junioren nicht interessieren, so höre ich mit zwei Ohren in zwei Richtungen. Ja, ich habe es genossen, den Ausflug – doch jetzt bin ich müde und der Abend liegt noch vor uns.

Ein Museumsbesuch mit den Junioren ist anstrengend. Beide lieben Kunst und schauen genau hin – nur halt jeder woanders hin! Carsten wollte da ein Bild erklärt haben und mir eins erklären (wie er es sieht) und Wiebke wollte mir zeigen, dass der Maler was ganz lustiges gemalt hat – sie entdeckt Dinge auf Bildern, die nie jemand vorher gesehen hat. Unsere Freundin will mir ihre Eindrücke schildern und möchte von mir hören, wie ich über das eine oder andere Bild denke. Heute Abend werde ich meine Augen schließen und schauen, ob ich noch einige Bilder in Erinnerung habe – ich liebe die Ausstellungen vom Schraubenwürth!

Das Anne Sophie Haus gehört auch zum Imperium, man kann dort fürstlich speisen und behinderte Gäste sind dort gern gesehen. Als uns dann zum Nachtisch auch noch die Chefin (Carmen Würth) begrüßte, war Carsten hin und weg. Sie ist wow!

Eine dreiviertel Stunde konnten wir im Park unseren Verdauungsspaziergang machen und prompt hatte ich alle und alles (Rollstühle, Anoraks, Passagiere) ins Auto verstaut, begann es zu regnen – genau abgepasst. So sind wir, anfangs im Regen und später mit Regenbogen nach Hause gefahren und haben zum krönenden Abschluss den Hasen Hoppel besucht, der uns dann nur seinen bezaubernden Rücken gezeigt hat…

Eine Stunde habe ich die Junioren vor den PC gesetzt, um mal nicht vollgequatscht zu werden, jetzt lasse ich sie absteigen – vielleicht spielen wir noch ne Runde MenschÄrgereDichNicht und Uno – ich will sie müde machen, damit ich auch nicht zu spät ins Bett komme. – Komisch, um kurz vor sechs davon zu schreiben, dass ich ins Bett will…

Es soll ja Gegenden …

… in Deutschland geben, wo schönes Wetter ist!

Hier nicht, hier regnet es ohne Punkt und Komma. Wahrscheinlich auch morgen! Doch das macht uns nichts mehr aus. Wir sind heute schon nass geworden und sparen uns das Duschen – wenn’s denn bloß nicht so kalt wäre? Bei 11°C ist Pfingsten dann nicht mehr heilig…

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