Manchmal geht mir schon was ab — das Arbeiten! Aber wirklich nur manchmal. Oft denke ich; was für ein Privileg ist es, Zuhause bleiben zu können. Gerade an solchen Tagen, an denen mein Kopf dröhnt, ohne Ende, und es bestimmt wieder heiß und drückend werden wird. Drückend ist die Luft jetzt schon …
Drückt auf meine Bronchien, die nicht frei werden können, drückt auf meine Seele – wie ein Stein oder wie das Eisenband beim Froschkönig. Erst letztens hat mir mein Lungenarzt wieder angedroht, mich ins Spezialkrankenhaus zu verfrachten. Ich will nicht, ich will das nicht sehen, will nicht krank sein, will gesund sein und bleiben. Ich hasse Krankenhäuser, ich habe schon viel zu viele gesehen und hab die Schnauze voll. Was soll es denn auch bringen?
Heute Nacht habe ich eine Wunschliste gemacht und festgestellt, dass das ganz schöne Hirngespinste sind. Wer bin ich denn? Aber, indem ich immer daran denke, was andere denken könnten, vergesse ich ganz zu leben. Es geistert und geistert und geistert in meinem Kopf — ich möchte malen, diese kleinen Portraits und diese Fitzelbilder. Ich möchte Gedichte schreiben, aber ich brauche auch jemanden, der mich an die Hand nimmt. (ja, die immer wiederkehrende Litanei!) Dass mich jemand führen kann, dazu muss ich aber auch die Hand ausstrecken und aus meinem Turm kommen …
Gestrüpp überall, Dornen, Disteln – ja Disteln können schön sein und die herrlichsten Rosen haben Dornen! Rosen haben keine Dornen, Rosen haben Stacheln, so wie ich. Stachelig, wie ein Igel – ausgefahren um sich zu schützen und sich abzugrenzen. Abgrenzen von der Allgemeinheit, arrogant? Mag sein!
Los! Anziehen! Schmerzmittel nehmen, Lungenmedikamente inhalieren und ran ans Leben …
… und in die Klinik gehen, wenn der Doc das sagt.
Liebe Piri, die Wünsche alle auf zu schreiben, finde ich gar nicht so schlecht, weil sie zeigen, was man alles noch vor hat. Ich habe mal gelesen, dass das am Besten wäre, je abwegiger und versponnener es war. Nur so lernt man “um die Ecke zu denken”, Festgefahrenes zu verlassen.
Mach mal deine Taschenkunst weiter. Und überlege mal, welche Wege dir offen stehen, sie zu verkaufen: eigener Vertrieb, fremde Plattformen, im Buchladen, auf Marktständen… Du musst ja nicht alles alleine machen.
Aber jetzt erstmal: Höre bitte auf deinen Doc.
Liebe Grüße von der Gudrun
Gudrun hat kürzlich veröffentlicht..Ein wenig Besinnung. Bei den Graureihern an den Kulkwitzer Lachen.
weißt du, was ich gemacht habe? Ich bin ganz einfach nicht mehr hingegangen, zum Arzt und hab gekniffen
Wünsche und Hoffnungen aufschreiben, ja Piri, das ist sehr gut. Vielleicht kannst du ja irgendwann einmal etwas von der Liste abhaken. Ich wünsche es dir sehr.
Ein paar deiner Stacheln könntest du ja mal versuchen einzuziehen. Nur ein paar kleine :-) Alles Liebe und Gute für dich.
ute42 hat kürzlich veröffentlicht..Stadtfest – die etwas anderen Bilder
Liebe Piri,
dass jemand kommt und Dich an die Hand nimmt und sagt: “Liebe Piri, komm´ schreibe, male”, wird nicht passieren. Es sei denn Du reichst Dir selbst die Hand. Bald ist Schreibwoche und das ist so eine Hand. Erfülle Dir selbst Deinen Wunsch und warte nicht länger auf einen Prinzen/Prinzessin die Dich führt. Lass Dich von Deiner Inspiration führen und nimm diese als starke Hand wahr – sie wartet schon lange mit entgegengestreckter Hand auf Dich.
Es geht mir oft ähnlich, liebe Petra. Ich falle auch immer wieder in die Selbstmitleidsecke, aber es hilft nur sich selbst am Schopfe packen. Lieben Gruß von Martina :herz:
Mia hat kürzlich veröffentlicht..Mistviecher…….
:pin: … ooooch son klein bisschen Händchen führen – das ist doch schön. Machen tu ich es dann schon alleine! Ich freue mich auf Inzigkofen.
Bei allem Verständnis für Deine Aversion gegen Krankenhäuser, in dem Fall finde ich das schon leichtsinnig. Es geht um Deine Gesundheit und Du hast nur die eine. Sorry, wenn ich das so offen sage, aber das ist schon Koketterie, wie Du damit umgehst.
Sich abzugrenzen muß nicht arrogant sein, auch wenn es so ankommen kann. Allerdings sich abzugrenzen von allem, da frage ich mich, was es Dir bringt?
Ich glaube, so ohne finanzielle Sorgen könnte ich auch zuhause bleiben, allerdings würde ich mich dann vermutlich voll in irgendein sinnvolles Ehrenamt stürzen. Ich brauche den Kontakt, ich brauche die Struktur. Aber dafür hast Du ja die Junioren.
Ich arbeite gerne, aber oft verfluche ich es auch, weil es nicht wirklich das ist, womit ich freiwillig meine Zeit verbringen würde. Bei Martin ist das anders. Dessen Beruf ist seine Berufung. Glückspilz….
Frau Momo hat kürzlich veröffentlicht..Wir liefern – egal wie
Wenn ich dir jetzt recht gebe, dann mache ich das nicht, weil ich das einfach nur so sage, sondern weil es wahr ist.
Ehrenamt mach ich ja, bin im Weltladen und mach das gerne. Nebenbei ist die Band von Carsten und deren Bekanntwerdund auch ein Anliegen, in das ich mich reinknie.
Abgrenzen tu ich mich soweit, dass ich mich nicht verbiegen will und bestimmt gehe ich auch ins Krankenhaus, wenn es ganz dringlich ist – mir kommt es nur noch nicht so vor. MamS wird mich schon jagen, darauf könnt ihr Gift nehmen. Momentan bringt es nix. Ein Kurantrag läuft (immer noch!) – ich möchte an die Ostsee, nach Ahlbeck und werde es auch schaffen, dass die Junioren zeitgleich im grünen Ruhrgebiet kuren können.
Kämpfen kann ich – auch für mich selber, muss nur wissen, wozu!
“Ran ans Leben”, wie du schreibst – aufrecht kämpfend und mit einer liebevollen Hand als Begleitung. Das ist es. Ja.
Ich wünsche dir ganz viel Freude für die kommende Schreibwoche und freue mich auf deine poetischen Schreibinspirationen!