keine Alternative
Wiebke hatte heute ihren großen Auftritt, sehr schick im Kleid und mit erstaunlich guter Laune.
Bei herrlichstem Sonnenwetter mit strahlend blauem Himmel sind wir in das alte Gebäude eingefahren. In der Orthopädischen Klinik war von Frühling nichts zu sehen und zu riechen. Es roch muffig. Krankenhausgeruch, Schweiß mit Angst gepaart und Sorge – ein ganz klein wenig Hoffnungsgeruch mischte sich unter die Ingredienzien – aber das war nur sehr schwach ausgeprägt und äußerst rudimentär vorhanden. Viel zu warm war es in den Heiligen Hallen, viel zu dunkel. Viel zu laut, die Lautsprecherdurchsagen.
Aber Wiebke war tapfer. Rollte selber und ließ sich nicht abhalten: — Ich kann das alleine! — Helfen durfte ihr niemand. Es brauchte auch niemand helfen.
Im Arztzimmer war eine sehr nette liebevolle Assistenzärztin, die noch nie diese Behinderung gesehen hat, die Carsten und Wiebke haben. Als mein Töchting ihre Socken alleine auszog und ihre Füße freudestrahlend zeigte, war die Doktorin erst einmal geschockt. — So eine Verunstaltung; was waren da für Pfuscher dran? — Einen Rat wusste sie allerdings nicht.
“Ich hole meinen Chef, der soll sich das angucken!” Wiebke rollte derweil durch die Gegend. Der Chefarzt meinte: “hm, hm, hm, Grübele. Ich brauche Röntgenbilder!”
Wir haben uns zum Röntgen gesetzt und haben wieder gewartet. Dort war von Sonne noch weniger zu sehen, stattdessen stank es regelrecht nach Schweiß und Krankenhausgerüchen.
Und beim Röntgen hat Wiebke keine Lust gehabt; der Fuß tat weh und die unbequeme Lagerung hat dem Schmerz noch verstärkt. Ich glaube, sie hat den ganzen Laden zusammengeschrien, aber mit Geduld und Tricks gab es schlussendlich doch vorzeigbare Röntgenaufnahmen.
Wieder zurück zur Ambulanz! Wieder warten! Und dann ging es plötzlich schnell. Der Chefarzt beguckte sich die Bilder, schüttelte bedenklich den Kopf und flüsterte mit der Ärztin. Er kopierte sich die Bilder auf einen Stick, ging raus und besprach sich mit einem anderen Arzt, kam wieder rein, sah sich bedeutungsschwanger um und sagte zu Wiebke: “Gell, du hast große Schmerzen?” Zu mir sagte er, dass wir konventionell nicht weiter kommen, es müsse operiert werden. Wie? Das erzähle ich nicht, das ist viel zu brutal.
Wir sind also aus der Klinik raus, mit der Telefonnummer der Sekretärin, bei der wir einen OP-Termin machen können. Haltet euch fest, wann Wiebke endlich wirklich schmerzfrei sein kann! Der früheste Termin in der Fußchirurgie ist Ende 2012. Aber besser so spät, als nie. Leider geht es wirklich nicht früher, denn deutschlandweit ist das die einzige Klinik, die solche schwierigen Füße operiert!
Zumindest wissen wir jetzt, dass wir was machen können und polstern bis dahin Füße und Beine gut ab.
Grüßen soll ich herzlich von Carsten und von der Zicke Wiebke.
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Dienstag, 8. März 2011 16:14

"Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf." Aus Gut gegen Nordwind - Daniel Glattauer 


Meine Güte! Soooo lange? Das ist ja…. ach, es gibt kein passendes Wort.
Ich wünsche Euch Geduld. Viel. Und ein Wunder, das es möglich macht, dass Wiebke früher dran kommt.
nachdenkliche Grüsse
Maria
Maria schrieb … Hold on
Über ein Jahr Wartezeit??? Ne, fast zwei, das ist heftig. Hoffentlich sind die Schmerzen bis dahin auszuhalten! Danke für die Grüße sagt Rana
Rana schrieb … Hedwig Dohm
Arme Wiebke! Das ist wirklich schäbig. Hoffentlich nützt es dann auch – und hoffentlich müssen nicht zu viele Tränen fließen bis dahin.
Claudia Sperlich schrieb … Lyrik zur Fastenzeit
Dann grüss mal auch Deine beiden tapferen Junioren von mir.
Und da gibt es eine Bekannte von mir in der Orthopädie, die ist für die Patienten zuständig (keine Ärztin, mehr Helferin oder Assistentin oder wie man das nennt), die ist sehr, sehr nett. So eine nette, blonde, schlanke, kurze Haare. Vielleicht trefft Ihr die ja. Vielleicht hat sie ja Dienst, wenn Wiebke ihren Termin hat.
Krankenhaeuser sind auch nicht mein Lieblingsort aber die Wartezeit lohnt sich bestimmt, wenn es dann zu einem guten Ergebnis fuer Wiebke kommt. Ich druecke euch fest die Daumen! Wahrscheinlich nehmen sie den Fuss auseinander und setzen ihn ordentlich wieder zusammen. Darin sind die oft wahre Meister.
Tja, das wird kein leichter Weg. Setzt Wiebke ihre Eindruecke und Erlebnisse eigentlich im Spiel mit Puppe oder sonst wie um? Ich hoffe sie kann sich irgendwie entlasten.
Ja, Wiebke ist halt eine tolle junge Frau!!!
Und du Petra? Musst du morgen in die Röhre?
2012 ?
….
Wahnsinn, so lange! Schön war es sicherlich endlich fachkompetente Menschen erlebt zu haben die das Problem erkannt habe und auch eine Lösung kennen…..durchhalten,IHR schafft das! *Daumenhoch*
LG auch an Wiebke
Tantchen Bonafilia
Seid tapfer und haltet durch… vielleicht springt ja jemand ab oder es ergibt sich sonstwie die Möglichkeit, dass Ihr eher dran kommt. Ich drück die Daumen!
Da bin ich gerade auf was gestoßen. Das hier passt ganz genau dazu. Gibt es dann später auch als halbstündigen Podcast.