:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Ich bin! Doch gehöre ich mir? Wem sonst? ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Nee und immer noch

Aber inzwischen weiß ich, warum ich Bauchweh habe. Bloß die Ursache meiner Magenschleimhautentzündung weiß ich aber deswegen trotzdem noch lange nicht. Mein Arzt vermutet, unter anderem, auch Stress, er tippt immer noch auf Burnout – mein Körper würde mich schon Bescheid sagen. Er fragte mich gestern auch; warum ich immer den Finger heben muss, wenn irgendein blödes Übel verteilt wird! Ich konnte ihm nicht antworten.

Aber man muss es nicht dazu kommen lassen, ständig krank zu sein. Zur Vorbeugung würden oft zwei Dinge reichen. Regelmäßigkeit und Ruhepausen. Regelmäßigkeit gibt Halt, damit das Leben nicht aus dem Ruder läuft, hat er gesagt. Und Ruhepausen seien eine gute Vorbeugung gegen Burnout.

Das Gefühl, total überanstrengt zu sein, kommt nach meiner Erfahrung daher, dass ich pausenlos das Gefühl habe: ich muss doch noch dies und sollte noch jenes. Mein Kopf sagt mir; es geht auch ohne dich. Erst am Sonntag hat das so gut geklappt: Der Papa ist ganz alleine gut klargekommen, mit den Junioren in der Disco. Sie haben mich vermisst und andere haben nach mir gefragt – das macht mich stolz und ich freue mich darüber – aber es ging vortrefflich ohne mich. Ich habe mich aufs Sofa gelegt und es genossen, dass alle versorgt waren und ich in Ruhe lesen, dösen, schlafen konnte.

Da habe ich gespürt: das Leben ist nicht die eine Herausforderung. Nicht ich muss immerzu etwas bringen. Mein Leben ist ein Geschenk. Und es lohnt sich, dieses Geschenk zu erkunden. Zu sehen, zu schmecken und zu riechen, wie viel es mir zu bieten hat.

Deswegen werde ich heute auch ganz sutsche machen und nur den morgigen Tag vorbereiten, der wird anstrengend genug – für mich und für Carsten. Wir fahren in die Sehbehindertenambulanz der Universität Tübingen und hoffen, dass uns dort gute Tipps gegeben werden …


Das Bild ist ein Handyfoto von meinem Sofa aus aufgenommen – bearbeitet ganz fix Schrift und schon lieg ich wieder flach!

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15 Kommentare zu “Nee und immer noch”

  1. Du gehörst auch zu denen, die an der Modekrankheit Burnout leiden …?!
    psychoMUELL schrieb … DrEd Online-Arztpraxis bietet Diagnosen und Behandlung an

    • Ich tät’ lieber was anderes! Ganz ehrlich. Nee, eigentlich leide ich eher an CFS (das behindert mich sehr). Mein Arzt sagt nur Burnout dazu!

  2. Da bist ja nun wirklich auf einem guten Weg. Gute Besserung weiterhin!! Klar faellt einen im Leben immer genug vor die Fuesse was nach Erledigung schreit. Man kann sich aber nicht wegen allem buecken.
    Fuer eine Modekrankheit @psychoMuell halte ich Burnout nicht, aber als Modewort um die vielen Stoerungen von staendiger Ueberforderung zusammen zu fassen verbreitet es sich tatsaechlich in windes Eile. Frueher gabs ja auch schon Burnout nur nannte man es wie vieles andere anders. Hysterie z.B. Das ist aber aus der Mode gekommen :-)

  3. Liebe Piri!
    Ich-Zeit braucht jeder Mensch. Nimm sie Dir, so oft es möglich ist. Mache es möglich.
    Lieben Gruß
    Lemmie
    Lemmie schrieb … Backversuch

  4. Liebe Petra,
    Gut dass du beim Arzt warst. Und der zweite Teil mit der Schonung darfst du weiterhin gut pflegen.
    Ich finde BurnOut kein Modewort. Es gibt sehr genau das Gefühl wieder das einen dabei einholt. Ausgebrannt. Eine Sache die einen mit Leidenschaft berührt hat und an der man auf Dauer durch ein Ungleichgewicht in der Sache ausbrennt. Aber was ist schon die Aussage einer Diagnose? Wichtiger ist das Du auf Deine Bedürfnisse hörst und diese auch stillst. So wie jetzt gerade.
    Da werden wir mit Stuttgart noch ein bissele warten müssen? Oder wir halten uns da ganz spontan nach Bedürfnis. :bye:
    Einen herzlichen Gruß an das Lager und gute Besserung. Martina
    Mia schrieb … 1. Advent

  5. Gut, dass du beim Arzt warst. Ratschläge kann ich dir nicht geben, aber du hast ja schon selbst den ersten Schritt getan, nämlich die Erkenntnis, dass es auch mal ohne dich geht. Ich hoffe, ihr habt eine gute Fahrt nach Tübingen.
    ute42 schrieb … Nanu

  6. Weder Burnout noch CFS sind “Modekrankheiten” – sie hatten nur früher andere Namen, wie “nervöse Beschwerden” oder “vorzeitiges Alter” oder “Erschöpfung”, oft hießen sie auch gar nicht, sondern wurden von allen, die sie nicht hatten, ignoriert – und man überlebte ihre Folgen nicht so leicht wie heute.

    Liebe Piri, bitte geh weiter vorsichtig mit Dir um. Das Wichtigste dazu hast Du ja schon bemerkt und geschrieben.
    Claudia Sperlich schrieb … Schuftende Putten

  7. Das eine ist ja, dass man es merkt, wenn es nicht mehr geht. Das andere ist viel schwerer, nämlich sinnvolle Maßnahmen zu ergreifen…viel Kraft wünsche ich dir und einen guten Erfolg in der Augenklinik! LG von Rana
    Rana schrieb … Flokati

  8. Liebe Petra,

    ich kann nichts sagen, ich wünsch’ Dir einfach gute Besserung und frohes Gelingen auf dem Weg dahin.

  9. Danke – herzlichen Dank an euch alle. Meine Kraft für morgen ist getankt und mein Bauch beruhigt sich auch langsam und stetig. Alles ist auf dem Weg.

  10. Stehauffrau, Du!
    Alles Gute für die kommenden Tage…
    Sonja
    Wildgans schrieb … Durch Nebel zu den unbelebten Dingen

  11. ich denke an Euch beide – heute – bisous, Martha :schmetter:

  12. Ich krieg es immer schnell mit dem Magen, wenn ich Streß habe. Eine zeitlang war Gastritis mein ständiger Begleiter. Das IST ein Warnzeichen.
    Burn out mag nicht klar definiert sein, aber eine Modekrankheit ist es sicherlich nicht. Depressionen sind auch in aller Munde, da würde wohl auch keiner von einer Modekrankheit sprechen. Wir wissen, was Burn out heißt und das es eine ernst zu nehmende Erkrankung ist, die man nicht so einfach wegwischen sollte. Ohne fachliche Hilfe ist das nicht einfach.
    Denn die Überforderung kannst wohl nur Du selbst stoppen…. Dich wehren und auch mal Nein sagen.
    Frau Momo schrieb … Geschützt: Das wäre es …. vielleicht

  13. “Burn Out” ist nach ICD-10 gar nicht klassifiziert, der Begriff bezeichnet verschiedenste psychiatrische Erkrankungen als Folge von Überlastung.
    Soviel ich weiss.

    Wenn ich mich überlaste, dann werde ich hypomanisch. Das kann sich chronifizieren und in eine bipolare Störung münden.
    Das will ich nicht, also passe ich schön fein auf. (Bipolar würde mir gerade noch fehlen! Nein, danke!)
    Ausserdem bin ich dann so zerfasert und empfindlich. Die Mitte ist mir lieber (und nicht so empfindlich – ein Puffer ist eine Wohltat).
    Violine schrieb … übertrieben?

© 2012 piri ulbrich | 440 Tage Kuddelmuddel voller worte Mit schon 797 Beiträgen. | Manchmal mischt sich hier Fiktion mit Wirklichkeit.