Alle Zeit ist ein Roman, den ich vor langer, langer Zeit mal von einen sehr netten Bloggerin (Tonari) ganz einfach so, geschenkt bekommen habe. Alle Zeit ist aber auch ein Roman, der nachdenklich macht – solche Geschichten mit Tiefgang lese ich gerne. Kathrin Gerlof erzählt von 4 Frauen (oder sind es fünf?), die scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Erzählt von Tod, vom Sterben, vom Neuanfang, Demenz und erzählt eine Liebesgeschichte im Altersheim.
Ein rätselhafter, verwirrend schön-trauriger Roman, in dem Krieg, Überlebensstrategien, ein Mädchen mit bunten Haaren, Russenhuren, ein Café im Park und ein Hotelzimmer am anderen Ende, eine Rolle spielen. Ein berührender Roman, den ich gerne gelesen habe und den ich auch schon weiter verschenkt habe!
Inhalt: “Also bitte, es kann gut möglich sein, dass Klara lebt. Dann hätte ich wenigstens eine Großmutter.”
Als Juli und Klara einander im winterlichen Park begegnen, ahnen sie nicht, wie ihrer beider Leben verwoben sind. Die eine ist blutjung, hochschwanger und mutter-seelenallein. Die andere, alt und gebrechlich, verliert mehr und mehr den Bezug zur Welt und weiß, fürs Erinnern bleibt nicht mehr viel Zeit. Warum nur fühlt Juli sich der alten Frau so nah? Spürt sie, was Klara und das Kind in ihrem Leib verbindet? Alle Zeit erzählt, wie ein tragisches Ereignis die ohnehin lose verknüpften Familienbande endgültig kappen konnte und weshalb das Baby und die vergessliche Frau mehr als drei Generationen trennen. Eine berührende Geschichte über das Altwerden, das Neugeborensein und eine Liebe am Ende des Lebens.
geschrieben von piri am 29. August 2010
lies
nur die; ein Roman von Heike-Melba Fendel
Der Untertitel: Ein Leben in 99 Geschichten — Mit den Geschichten komme ich nicht zurecht; sie sind mir vom Thema her nicht immer nett zu lesen — der Männerverschleiß ist mir zu hoch. Aber die Sprache ist fantastisch. Ich bin ganz vernarrt in diese fein ziselisierten Sätze. Kurz, knapp und präzise; ohne Schnörkel und Klimbim.
Ich werde das Buch noch einmal lesen. Nicht der Geschichten wegen!
geschrieben von piri am 27. August 2010
lies
Ich liebe kleine feine unspektakuläre Geschichten. So auch diese: Da sieht ein Mann durch Zufall eine junge Frau — sie geht jeden Morgen eiligen Schrittes durch den Park — er kommt jeden Morgen sie zu sehen. Guckt und schweigt. Wieder durch Zufall erfährt er ihren Namen, weil sie im Café ein Buch liegen lassen hat. Jetzt hat die Frau nicht nur ein schönes Gesicht.
Als sie eines Morgens, es sind Semesterferien, nicht mehr kommt, setzt er alles in Bewegung herauszufinden, wo sie ihr Studentengeld verdient. Er reist ihr nach. Spricht sie aber auch auf der Insel nicht an. Man möchte ihn an die Hand nehmen und schubsen …
Dann aber passiert etwas, was völlig überrascht! Sehnsucht nach Elena heißt der Roman. Wenn ich an den PC komme verlinke ich den Titel und schreibe auch den Autor dazu.
geschrieben von piri am 13. August 2010
lies
Darf man sich selber loben ? Ich denke ja! Wenn es sonst niemand tut.
Zuallererst habe ich mal das unfähige Putzteam entlassen — wenn ich sage gründlich sauber machen, besonders den Teppich, weil Carsten gekotzt hat; dann möchte ich nicht hinterher auf dem Boden kriechen müssen und das Pulver wegbürsten. Wenn dann noch die Kotze am Bett klebt und die Damen schon das Haus verlassen haben, ist das in meinen Augen nicht gründlich, sondern eher schlampig. Auch wenn es verdammt schwer ist, gute Reinigungskräfte zu bekommen, so bin ich nicht gewillt Schludrigkeit zu tolerieren. Es war nicht das erste Mal und auch nicht alles; aber mit den Feinheiten möchte ich euch nicht belästigen. — Trotzdem bin ich stolz, dass ich es selber geschafft habe zu kündigen.
Stolz, bin ich auch darauf, dass ich bis jetzt mit Mutti keinen Streit und noch nicht einmal ein keines Missverständnis hatte. Ich war ganz lieb und habe lieber dreimal geschluckt, ehe ich einen unbedarften Satz gesagt habe. Meine Mama ist zufrieden; was will ich mehr?
Schön ist auch, dass ich mir Lesefutter erkämpft habe. Ich habe meine Mutter genommen, ins Auto gesetzt und bin mit ihr in die Stadt gefahren und habe mir in der Buchhandlung über dem Parkplatz 2 Bücher gekauft, wir haben zusammen Kaffee getrunken und dann war’s gut. Jetzt werde ich gleich schmökern und Mama ändert sich den roten Mantel (den ich ihr geschenkt habe, weil für mich viel zu weit) um und hat was zu tun!
Herz, was willst du mehr?
geschrieben von piri am 12. August 2010
lies
Weil ich grade so ein Ekelpaket bin, werde ich mir eine Auszeit nehmen. Es darf nicht sein, dass ich mit meiner miesen Laune, mir wohlgesonnene Menschen vertreibe! Wenn es mir besser geht, komme ich mit besserer Laune wieder.
… oder aber ich lasse das Thema und schreibe über die tollen Bücher, die ich wegen der Fuß-OP lesen konnte. Es waren eine Menge interessante dabei.
Zum Beispiel: Kürzere Tage von Anna Katharine Hahn. Die Buchhändlerin hatte mir eigentlich davon abgeraten. Zu nichtssagen, zu banal, zu wenig Geschichte und irgendwie langweilig. Es trifft alles zu und dennoch war ich von dem Buch begeistert. Es ist Alltag, wunderbar beschriebener Alltag in einer Sprache, die mich fasziniert hat. Ziselisiert und fein aufgebröselt, haarklein beobachtet und schonungslos offen. Mir hat das Buch sehr gefallen.
Dann ist da noch Die Schwiegertochter von Philippa Gegory. Auch kein einfaches Buch, weil es um Schwiegermütter und deren Einmischung handelt. Immer wieder hätte ich Ruth aufrütteln wollen endlich auszubrechen und der angeheirateten Familie — die es ach so gut mit ihr meint — den Rücken zu kehren. Das Ende ist eine absolute Kehrtwendung und in den Nachtstunden im Krankenhaus saß ich im Bett und habe nachgedacht. Anscheinend nicht richtig und lange genug, denn ich glich immer mehr der Schwiegermutter!
Ach, ich habe noch so schöne Bücher gelesen; auch Schund. Aber eigentlich war es ein Lesevergnügen. Um zu wissen, was ich noch las, muss ich in die Katakomben und dazu sagt mein fuß grade kategorisch NEIN. Ich werde euch aber, ob ihr es wollt oder nicht, noch ein paar andere Bücher vorstellen.
Jetzt möchte ich mich entschuldigen und auf euer Wohlwollen hoffen. Es tut mir leid, dass ich so mies drauf bin!
geschrieben von piri am 10. August 2010
lies
… aber immer wieder schön:
Habt ihr Lust auf ein kleines Spielchen? Wer macht mit?
1. Schnappt euch das nächste verfügbare Buch
2. Schlagt Seite 23 auf
3. Sucht den 5ten Satz
4. Postet ihn
Die kleine Zunge kriecht hervor und kostet den Gummibärchengeschmack des Lipgloss.
aus: Anna Katharina Hahn Kürzere Tage eine wirklich lesenswerte Sozialstudie bzw. ein guter Gesellschaftsroman der alten Schule!
Nachtrag um 14:05 Uhr: Könntet ihr bitte auch den Titel des Buches preisgeben. Eventuell findet sich so manche Perle darunter!
geschrieben von piri am 28. Juli 2010
lies
Eigentlich doch, aber uneigentlich will ich nur mein Buch zu Ende lesen. Ein Jugendbuch zwar, aber ich will es wissen, wissen es wirklich wissen …
geschrieben von piri am 22. April 2010
lies