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wenigstens eins

Junioren

Da ich mich heute morgen mit einer Freundin beim Vormittagskaffeeklatsch verquatscht hatte und nachmittags die Leselehrerin von Carsten da war, hatte ich keine Zeit – neben meinen hausfraulichen Pflichten – raus zu gehen, um zu knipsen.

Aber so ganz jungfräulich wollte ich die Speicherkarte dann doch nicht in die Nacht schicken; ich bin also ins Jungszimmer geschlichen und habe meine beiden ‘Unschuldslämmer’ klammheimlich von hinten geknipst!

Schnupfen

Schnupftücher

Den Junioren trieft die Nase und die Papiertücher liegen überall verstreut! Wenn es schon draußen nicht weiß ist – es stürmt und gewittert nicht schlecht – so soll es drinnen wenigsten flockig sein. Wiebke macht es ungehörigen Spaß Taschentücher zu zerpflücken und Schneetreiben zu spielen.

Du Mama

Wiebke guckt Carsten an und er guckt zurück. Beide gucken mich an und beide knickern und stoßen sich gegenseitig an. Was ist da bloß im Busche?

“Du Mama,” kommt es schließlich von Carsten “da liegen noch zwei rote eingewickelte Päckchen aus dem Paket von Bibi Blocksberg. Können wir die nicht mal auspacken?” Ich wollte diese glitzernden Geschenke eigentlich bis Weihnachten aufheben, habe mich dann aber doch breitschlagen lassen. Ute, du hast genau ins Schwarze getroffen. “So eine tolle Tasse habe ich mir schon lange gewünscht!” “Oh, ist die klasse! Mit Pinguinen drauf – ich liebe Pinguine.” Dass Wiebke Pinguine liebt, hatte ich bis dato nicht gewusst, aber wahrscheinlich liebt sie alles, was Flügel hat. Das Plüschpinguinchen musste bei beiden am Abend mit ins Bett; Wiebke hat es schon getauft und nun riecht es unmissverständlich nach meiner Tochter. Carsten hatte es im Arm und es hat ihn – seine Aussage – vor bösen Träumen beschützt. Danke, ganz herzlichen Dank!

Was bleibt…

Da steht sie noch, die Tasse von gestern Abend. Mit dem Rest vom Bauchwehtee, auf der gestickten Decke vom Onkel. Jetzt ist sie eingeräumt und eine Schwestertasse in meinem Beutel, zusammen mit der Thermoskanne, gefüllt mit Tchai.

Ich mag Tschai, mag ihn schön heiß mit Milch und Zucker. Ja, süß muss er sein, der Tee und die Finger wärmen, bevor er von innen behaglich ein wohliges Gefühl erzeugt. Wenn mein Mitstreiter nett ist, bekommt er auch ein Tässchen Geborgenheit von mir …

Sternengeschichten

Wie der Mond zu den Sternen kam (Nacherzählung frei aus dem Bauch)

Jeden Morgen, wenn der Tag erwachte, ging die Sonne auf. Und jeden Abend, wenn der Tag sich zur Ruhe legte, ging sie wieder unter und die Nacht brach an. Das waren die Momente, in denen sich Sonne und Mond für einige Minuten begegneten und ein Schwätzchen hielten.

Der Mond liebte diese Begegnungen mit der Sonne, denn er hörte ihren Geschichten sehr gerne zu. Sie hatte immer sehr viel zu erzählen von all den Dingen, die sie tagsüber erlebte.

Der Mond lauschte sehnsüchtig all den Geschichten von den Tieren, die sich tagsüber in bunter Vielfalt auf der Erde tummelten, und all den Menschen die die tollsten Dinge unternahmen. Am liebsten hörte der Mond aber die Geschichten all der fröhlichen Kinder, die sich ausgelassen in Gärten und auf Spielplätzen tummeln.

Der Mond wurde immer ein wenig traurig, wenn er der Sonne lauschte, denn es gab wenig, woran er sich des Nachts erfreuen konnte. Es gab niemanden, mit dem er sich nachts unterhalten konnte, denn er stand ganz alleine am nächtlichen Himmel.

Es gab kaum etwas zu beobachten, denn die meisten Tiere begaben sich in ihren Höhlen, Nestern und anderen Nachtlagern zur Ruhe. Und auch die meisten Menschen kuschelten sich des Nachts in ihre Betten.

Aber nicht nur, dass es kaum etwas zu beobachten gab, es kam ja auch noch hinzu, dass es nachts einfach zu dunkel war und sein Licht nicht ausreichte die Erde zu erhellen, um überhaupt etwas sehen zu können.

Der Mond langweilte sich fürchterlich, aber was noch schlimmer war, er fühlte sich von Tag zu Tag einsamer, so alleine am nächtlichen Himmel. Ab und zu kam ja mal eine Wolke vorbei, aber die hatten es immer sehr eilig, und es blieb wenig Zeit für ein Gespräch.

Er wünschte sich nichts sehnlicher als nachts ein wenig Gesellschaft zu haben.

Von Nacht zu Nacht wurde der Mond trauriger. Eines Nachts war er dann so traurig, dass er anfing zu weinen. Tränen kullerten seine Wangen hinunter und tropften in den nächtlichen Himmel. Immer mehr und mehr.

Aber was war das? Was geschah mit den Hunderten von Tränen, die der Mond vor lauter Einsamkeit weinte? Plötzlich fingen sie an zu glitzern und zu strahlen, und jede Träne suchte sich einen Platz am nächtlichen Himmelszelt und verwandelte sich in einen Stern.

Ja so kam der Mond zu den Sternen, er brauchte nun nie mehr einsam zu sein. Und vor lauter Glück weinte er noch ein paar Tränen mehr…


Meine selbstgenähten Sterne werde ich heute an die Fenster kleben! Es weihnachtet immer mehr bei uns…

Carpe Diem

Genieße den Tag,
mach das Beste draus und
lass dich nicht stressen.

Genieße den Tag
sag den Sorgen: Nein und
sieh das Licht.

Genieße den Tag
mach’s im Dunkeln hell und
wärme dein Herz.

Genieße den Tag
nimm das Schicksal an und
hadre nicht.

Genieße den Tag
warte nicht auf das Glück,
sondern nimm es in die Hand und
fang an zu leben.

©Petra Ulbrich


Carpe diem

Ich empfinde fast ein Grauen,
dass ich, Plato, für und für
bin gesessen über dir.
Es ist Zeit hinauszuschauen
und sich bei den frischen Quellen
in dem Grünen zu ergehn.
wo die schönen Blumen stehn
und die Fischer Netze stellen!

Wozu dienet das Studieren
als zu lauter Ungemach!
Unterdessen läuft die Bach
unsers Lebens, das wir führen,
ehe wir es inne werden,
auf ihr letztes Ende hin:
dann kömmt ohne Geist und Sinn
dieses alles in die Erden.

Holla, Junger, geh und frage,
wo der beste Trunk mag sein,
nimm den Krug und fülle Wein!
Alles Trauren, Leid und Klage,
wie wir Menschen täglich haben,
eh uns Clotho fortgerafft,
will ich in den süssen Saft,
den die Traube gibt, vergraben.

Kaufe gleichfalls auch Melonen
und vergiss des Zuckers nicht,
schaue nur, dass nichts gebricht!
Jener mag der Heller schonen,
der bei seinem Gold und Schätzen
tolle sich zu kränken pflegt
und nicht satt zu Bette legt;
ich will, weil ich kann, mich letzen!

Bitte meine guten Brüder
auf die Musik und ein Glas!
Kein Ding schickt sich, dünkt mich, bass
als gut Trank und gute Lieder.
Lass ich gleich nicht viel zu erben,
ei, so hab ich edlen Wein!
Will mit andern lustig sein,
muss ich gleich alleine sterben.

Martin Opitz

© 2012 piri ulbrich | 344 Tage Kuddelmuddel voller worte . | Mit schon 675 Beiträgen. | Manchmal mischt sich hier Fiktion mit Wirklichkeit.