Frauen
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Es ist in Holland, wir schreiben das Jahr 1942. Die Deutschen halten das Land seit 2 Jahren besetzt. Es wird brenzlig für die deutsche Familie Frank. Die Nazis beginnen mit der Deportation aller Juden in Amsterdam. Otto Frank bittet seine Sekretärin Miep Gies, ihn, seine Frau und seine 3 Töchter zu verstecken. Im Hinterhaus der Familie Frank, hinter einer falschen Tapete, überlebt die Familie nahezu 2 Jahre.
Miep, ihr Mann und 2 weitere Helfer versorgen die Versteckten mit Lebensmitteln, Lesestoff und Kleidung. Sie riskieren damit ihr eigenes Leben wenn sie täglich die Bücherwand zur Seite rücken, die steile Treppe zum Hinterhaus hinaufklettern um die dort eingeschlossene Familie zu verpflegen.
Am 4. August 1944 wird das Versteck verraten. Nach dem Abtransport der Familie Frank krabbelt Miep noch einmal die steile Treppe hoch und holt aus dem Versteck das kleine rote Poesiealbum und die anderen Aufzeichnungen von Anne.
Sie riskiert noch einmal Kopf und Kragen, geht ins Gestapo Hauptquartier, bietet dem SS Oberscharführer Geld für das Leben der Familie Frank – vergebens!
Miep möchte nach Kriegsende Anne ihre Tagebücher zurück geben. Aber sie kann sie nur noch Otto Frank überreichen, der nach einer Odyssee von Auschwitz über Odessa nach Amsterdam zurückkommt, als einziger Überlebender.
Geboren wurde Miep Gies am 15. Februar 1909 mit dem Namen Hermine Santrouschitz in Wien.
Miep Gies wuchs in armen Verhältnissen auf, weshalb sie 1920 von ihren Eltern im Rahmen eines Projektes zur Unterstützung unterernährter Kinder ins holländische Leiden geschickt wurde. Sie lebte dort in einer Gastfamilie, zu der sie ein außerordentlich gutes Verhältnis hatte. Dort erhielt sie auch ihren Spitznamen „Miep“. Im Jahr 1922 zog sie mit ihrer Gastfamilie nach Amsterdam.
1933 nahm sie eine Arbeit als Büroassistentin im Gewürzhandelsunternehmen von Otto Frank an. Nachdem sie sich 1941 geweigert hatte, einer NS-Organisation beizutreten, entging sie der Deportation nach Österreich durch die Heirat mit ihrem niederländischen Freund Jan Gies.
1950 brachte sie ihren Sohn Paul zur Welt. 1993 starb ihr Ehemann Jan Gies.
“Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht daran denke, was damals geschah”, sagte sie noch kurz vor ihrem Tod.
Bis dahin beantwortete Miep Briefe, die ihr von Lesern des Anne-Frank-Tagebuchs aus aller Welt geschickt wurden. Sie starb am Abend des 11. Januar 2010 nach kurzer Krankheit im Pflegeheim ihres Wohnorts Hoorn.
In Wien wurde 2011 eine Parkanlage nach Miep Gies benannt. Der Miep-Gies-Park befindet sich unweit des Hauses, in dem Hermine Santrouschitz, wie sie damals hieß, als Kind gewohnt hat.


Montag, 6. Februar 2012 8:59 
"Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf." Aus Gut gegen Nordwind - Daniel Glattauer 

