Category: Gedanken

Moment mal

Von piri, 6. März 2010 13:05

Das Leben genießen? Moment mal! Da habe ich was gelesen bei einem klugen Mann mit viel Lebenserfahrung: “Denk an deinen Schöpfer, solange du noch jung bist, bevor die bösen Tage kommen, die Jahre, von denen du sagst: Sie gefallen mir nicht!”

Das sagte der weise König Salomo — und du willst jetzt wissen, was das soll? Denk mal darüber nach …

Ich habe gestern durchgehalten

Von piri, 10. Februar 2010 08:42

Und halte auch heute durch (von Dorothea Dix)

Ich bin durch alle Tiefen des Lebens gegangen. Wenn mich die Leute fragen, wie ich mit den Problemen fertig wurde, die wir ja alle haben, antworte ich immer: *ich habe gestern durchgehalten. Ich halte auch heute durch. Und ich erlaube mir nicht daran zu denken, was morgen sein KÖNNTE*
Ich habe Not und Angst und Kampf und Verzweiflung gekannt. Ich musste immer hart arbeiten, oft ging es über meine Kräfte. Wenn ich jetzt auf mein Leben zurück blicke, sehe ich es als Schlachtfeld, auf dem die Reste meiner gestorbenen Träume und zerbrochenen Hoffnungen und zerstörten Illusionen liegen – einer Schlacht, bei der ich immer gegen eine erdrückende Übermacht ankämpfen musste und die mich voll Narben, verletzt und entstellt und frühzeitig gealtert zurückgelassen hat.

Trotzdem habe ich kein Mitleid mit mir. Ich weine keine Tränen über die Vergangenheit und vergangenes Leid. Ich beneide die Frauen nicht, denen erspart blieb, was ich durchmachte.
Denn ich habe gelebt. Sie haben dagegen nur existiert. Ich habe den Kelch meines Lebens bis zum letzten Tropfen geleert. Sie dagegen haben nur den Schaum an der Oberfläche geschlürft.
Ich kenne Dinge, die sie niemals kennen werden. Ich sehe Dinge, für die sie blind sind.
Nur Frauen, deren Augen von den Tränen saubergewaschen wurden, haben jenen weiten Blick, der sie zu barmherzigen Schwestern für die ganze Welt macht.

Ich habe auf der großartigen Universität der Nackenschläge eine Lebensphilosophie gelernt, die keine Frau mit einem einfachen, leichten Leben je kennen lernen wird. Ich habe gelernt, jeden Tag zu nehmen wie er kommt und mir nicht noch zusätzliche Sorgen über das Morgen zu machen. Es ist die dunkle Drohung unserer Vorstellungskraft, die uns zu Feiglingen macht. Ich habe jene Angst vor der Zukunft besiegt, weil mich die Erfahrung lehrte, dass – wenn die Zeit kommt Angst zu haben – auch die Kraft und die Weisheit da ist, sie zu bekämpfen.

Ich habe gelernt, nicht zu viel von den Menschen zu erwarten, und deshalb kann ich auch noch über einen Freund glücklich sein, der nicht ganz meinen Vorstellungen entspricht.
Vor allem habe ich einen Sinn für Humor entwickelt, denn es gab so viele Dinge, über die ich entweder weinen oder lachen musste. Und wenn eine Frau über ihre Probleme scherzen kann, kann sie nicht mehr viel umwerfen.
Ich bedauere nicht, soviel Not kennen gelernt zu haben, denn dadurch spürte ich das Leben in jedem Augenblick, den ich lebte. Und das war den Preis wert, den ich dafür bezahlen musste!

Geleite mich, du liebes Licht,
du stütze meinen Tritt.
Das ferne Land zu schaun begehr ich nicht,
für mich genügt ein Schritt.


Diesen Text habe ich durch Zufall wieder gefunden und finde ihn so schön, dass ich ihn euch nicht vorenthalten will. Lasst euch nicht unterkriegen!

Katja Ebstein einmal anders

Von piri, 3. Februar 2010 08:27

Geistertage

Von piri, 25. Januar 2010 10:31

Umwandlungstage, Bauchtage, Erinnerungstage und immer wieder neue Tage!

Ich mag diese Tage, an denen ich mich verändere, an denen ich nachdenke und in mich hineinhorche. Seit einer Woche schreibe ich nur noch mit der linken Hand — ohne besonderen Anlass, nur auf den Hinweis hin, dass MamS mir sagte, er könne diese Schrift besser lesen, als die die ich mit rechts schmiere.  Und wisst ihr was? Es befreit mich! Ich fühle mich viel besser und hätte schon viel früher anfangen sollen, mit meiner richtigen Hand zu schreiben. Die Umstellung macht mir kaum Schwierigkeiten, bis auf die Tatsache, dass ich nicht so schnell schreiben kann und wenn ich mit Füller schreibe, muss ich noch dringend meine Handhaltung überdenken. Denn die Hand verwischt die Schrift und somit sieht es aus, als ob ein Huhn übers Papier gekrakelt hätte. — Kommt Zeit, kommt Rat! Auch brauche ich einen dickeren Stift, ähnlich dem eines Erstklässler bzw. Zweitklässlers.

Gestern vor 34 Jahren war Sonnabend und in den frühen Morgenstunden war beim Aufwachen mein Bett nass. Praktisch, dass MamS am Tag vorher aus Hamburg wieder gekommen war und unpraktisch, dass mein Notfallkoffer noch bei meinen Eltern stand. Dort habe ich die Woche verbracht, weil eine Geburt unmittelbar bevor stand. Sind wir halt ohne Koffer ins Krankenhaus gefahren. Zum Glück war kein Schnee und Wehen hatte ich auch noch keine. War also alles ganz easy! Um halb acht war ich im Krankenhaus und kurz vor zehn war Carsten da.

Da begann die Hektik. Die Ärzte waren aufgeregt, die Hebamme ganz aufgelöst und MamS, den sie gerufen hatten, hatte seine Stiefel verkehrt an. Meinen Sohn habe ich nur kurz gesehen und auf meine Frage, was es denn nun wäre, antworteten die Schwestern: “Wir wissen nicht, ob es ein Junge oder Mädchen ist!” Das hat mich sehr verwirrt. Ich hörte nur noch, dass das Kind schnellstmöglich in die Kinderklinik gebracht wurde und dass es ernst um ihn stand. Ja, und so lag ich da. Der frisch gebackene Papa war ganz durcheinander, meine Eltern und meine Schwiegereltern waren sprachlos und irgendwann wollte ich niemanden mehr sehen. Schlafen, ich wollte nur noch schlafen!

Dumm war, das weiß ich jetzt, dass mich die Schwestern zu einer Wöchnerin ins Zimmer gesteckt hatten — ich bin in diesem Moment, in dem ich das schreibe, wieder so aufgewühlt wie an dem Tag. Die Frau wollte mich ausquetschen wie eine Zitrone … Noch dummer war, dass die Hebamme, die nach dem Schichtwechsel ins Zimmer kam und mit meiner Bettnachbarin Binden aufrollen wollte, nicht informiert war, dass ich die Mutter bin des behinderten Kindes, das am Morgen auf die Welt gekommen ist.

Sie plauderten so vor sich hin und wähnten mich schlafend. Als allerdings der neueste Tratsch von der Station erzählt wurde und die Hebamme sagte: “Wir haben heute Morgen ein Kind bekommen, dass hoffentlich nicht lange lebt, weil es so behindert ist …”, das habe ich losgeschluchzt und fürchterlich geheult. “Was hat die Frau denn?” “Ja, wissen Sie denn nicht, das ist die Mutter des kleinen Würmchen!”

Die Hebamme verließ den Raum und ward nie wieder gesehen — nicht mal ein Wort der Entschuldigung, gar nichts. Keine psychologische Unterstützung, kein Wort des Trostes von der Stationsleitung, von den Ärzten und Schwestern. Ganz allein gelassen wurden wir. Es war einfach nicht schön — und das an einem eigentlich der schönsten Tage im Leben einer Mutter.

Wie es weiter ging — wollt ihr es wissen?

Rot

Von piri, 18. Januar 2010 12:42

Bei rot sehe ich niemals rot; denn Rot ist meine Lieblingsfarbe.

Rot ist eine Farbe der Energie, Power und Kraft. Am Anfang war das Rot. Es ist die erste Farbe, der der Mensch einen Namen gab, die älteste Sprachbezeichnung in den Sprachen der Welt. In der Symbolik gibt es zwei elementare Erfahrungen. Rot ist Blut und Rot ist Feuer. Bei den Inuit heißt rot wörtlich übersetzt “wie Blut”.

Blut wurde vielerlei Wirkung zugesprochen. Es sollte die schlimmsten Krankheiten heilen. Die Legende erzählt, dass ein Pharao das Blut von jüdischen Kindern forderte, damit er von Aussatz geheilt würde. Die Juden flohen aus Ägypten.
Blut ist die Lebenskraft. In einem Sprichwort heißt es: Heute rot, morgen tot.

Kleinen Kindern setzte man ein rotes Mützchen auf, zum Schutz vor dem bösen Blick. — Rotkäppchen — In China trugen, bis vor kurzem, alle kleinen Kinder rot. Es ist die Glücksfarbe.

Von der Liebe bis zum Hass. Alles Gefühle, die das Blut in Wallung bringen. Blut ist die Farbe der Leidenschaft. Man wird rot, aus Verlegenheit oder Verliebtheit, man wird rot, weil man sich schämt, weil man zornig oder in Hektik ist. Wer Wut hat sieht nur noch rot.

Rot ist die Farbe der Justiz. Blut wurde mit Blut gesühnt und in mittelalterlichen Städten wurden rot Wimpel gehisst, wenn Gerichtstag war. Noch heute tragen hohe Richter rote Talare.

Auch in der Kirche erinnert rot an vergossenes Blut.

So eigentümlich es klingt, ist rot eine männliche Farbe. Rot ist männlich als Farbe der Kraft, der Aktivität und der Agressivität. Die Farbe steht im Gegensatz zum sanften Blau und unschuldigen Weiß. Das Feuer ist männlich, das Wasser ist weiblich. In den angelsächsichen Ländern heißen Jungs Roy und Mädchen Blue.
Trotzdem bringen wir sehr selten Rot mit Männern in Verbindung, eher wird rot als weibliche Farbe eingeschätzt. Lasst uns nur einmal an Rosa und Hellblau denken.

Rot ist eine teure Farbe. Oder war es zumindest jahrhundertelang. Das edelste Rot ist das Purpurrot der der Könige oder das der Kardinäle. Dieses Rot wurde aus getrockneten Schildläusen hergestellt: Kermesläuse, sie leben im Mittelmeerraum, die Läuse sind rund und so groß wie Erbsen und legen Eier, die mit einem roten saft gefüllt sind. Für ein Kilo der Läusefarbe braucht man ungefähr 140 000 Läuse, sie werden getrocknet und zu rotem Pulver zerrieben. Mit 1kg kann man 10 kg Wolle färben. Verständlich, dass die Farbe ganz schön teuer war. Leichter war die Farbe mit Krappwurzel herzustellen.

Habt ihr schon einmal bemerkt, dass in ganz vielen Flaggen rot enthalten ist? Rote Fahnen sieht man einfach besser. Als Warnfahne am Auto zum Beispiel.

Rot ist auch die Tinte, mit der Lehrer korrigieren. Oder der Rotstift wird angesetzt, wenn Preise gesenkt werden. Wer rote Zahlen schreibt, macht Verluste. Der rote Faden, der sich durch die Geschichte zieht ist euch sicherlich ein Begriff.

Rot ist aktiv, attraktiv, dynamisch, dramatisch, zieht Blicke auf sich, ist allgegenwertig in der Reklamewelt. Was rot gedruckt wird, wirkt auf den ersten Blick wie Werbung und viele Menschen reagieren gar nicht mehr auf Rotgedrucktes — da bewährt sich das Schwarze auf dem Weißen.

Es gäbe noch so viel über Rot zu schreiben, ich wollte nur anregen, mal über meine Lieblingsfarbe nachzudenken …

Fliegen

Von piri, 12. Januar 2010 12:20

Als Lilie etwas über das Fliegen schrieb, hat mich das sehr inspiriert auch meine Gedanken dazu aufzuschreiben. Vorab aber ein Lieblingslied von Alexandra!

Wer träumt ihn nicht, den Traum vom Fliegen? Schon als kleines Mädchen wollte ich immer fliegen. Engelche, Bengelche flieg!!! Es war toll durch die Luft gewirbelt zu werden. “Noch mal, bitte, noch mal!” Immer wieder, bis die Arme der Flugbegleiter lahm wurden. Mit dem Sandmann bin ich auf der Wolke gesessen und habe in den Daunen fein geschlafen. Nils Holgerson hat mich auf Martin mitgenommen, Gotland und ganz Schweden von oben anzugucken. Wie viel Abenteuer habe ich dort miterlebt, wie habe ich mitgezittert ob der Unwegsamkeiten, mitgelitten um die Freunde und nebenbei einiges über die Geschichte des Nordlandes erfahren. Dass Selma Lagerlöf einen Literaturnobelpreis bekam, habe ich erst sehr viel später gehört.

Mitgeflogen bin ich auch im Zirkus. Salto Mortale! Verwegen, die Artisten, die am Trapez Kunststücke machen, die ich mich noch nicht einmal auf der Turnmatte traute. Vicco Doria war mein Schwarm und zu gerne wäre ich mal durch die Luft gewirbelt. Ein Hochseil, das einmal 20cm über dem Boden gespannt war, hat meinen ganzen Mut gefordert und ich habe es tatsächlich nicht von der einen Seite zur anderen geschafft.

Und dann bin ich von der Schule geflogen — aber das ist eine andere Geschichte. Auch, dass ich desöfteren die Treppe hoch fliege oder aber die Treppe hinunter segle …

Mit dem Hubschrauber durfte ich fliegen und Carsten hat einmal von einem Sportflieger Rundflüge über die Nordsee ergaunert.  Aber so richtig ein Vielflieger bin ich nicht, denn in ein großes Flugzeug traue ich mich zwar rein, aber leider komme ich nicht dazu ferne Länder zu erobern.

Deswegen bleibt mein Traum vom Fliegen ein ewiger Traum — aber träumen zu können hat doch auch was, gell?

Dezembergedanken

Von piri, 14. Dezember 2009 12:23

gestohlen

D – Dankbar für meine Familie
E – Erfreut über eure Anteilnahme
Z - Zweifelnd, daran, ob ich alles richtig mache
E - Erschüttert, ob der Gewalt auf der Erde
M – Mutig für die Fehler grade stehen
B - Begeisternd mich über kleine Dinge freuen können
E - rgriffen von der Stimmung im Haus — alles ist so friedlich
R - Reich an Gedanken und Eindrücken
G - …macht ihr weiter?
E -
D -
A -
N -
K -
E -
N -