Eigentlich
Eigentlich dürfte ich
Eigentlich könnte ich
Eigentlich sollte ich
Eigentlich müsste ich
- aber ich will nicht!
Eigentlich dürfte ich
Eigentlich könnte ich
Eigentlich sollte ich
Eigentlich müsste ich
- aber ich will nicht!
Ein heißgeliebter Rollkragenbody passt wieder ohne Speckröllchen besonders hervor zu heben. Dafür brauche ich für die dazu passende Hose einen Gürtel, sonst fällt mir diese vom Leib!
Heut ist mitten in der Fasten,
Da leeren die Bauren die Kasten.
Die Kasten sind alle so leer,
Bescheer uns Gott ein andres Jahr!
Die Früchte im Felde, sie kleiden so wohl,
Sie kleiden dem Bäuerlein die Scheuerlein voll.
Wo sind unsere hiesigen Knaben,
Die uns den Sommerkranz helfen rumme tragen.
Sie liegen wohl hinter dem Wingertsberg,
Und schaffen ihre Händelein rauh.
Jetzt gehn wir vor des Wirten Haus,
Da schaut der Herr zum Fenster raus.
Er schaut wohl raus und wieder n’ein,
Er schenkt uns was ins Beutelein n’ein.
Wir schreibens wohl auf ein Lilienblatt,
Wir wünschen dem Herrn einen guten Tag.
Wir wünschen dem Herrn einen goldenen Tisch,
Auf jeden Spitzen gebackene Fisch.
Mitten darinnen eine Kante voll Wein,
Damit soll er brav lustig seyn.
Wir wünschen der Frau eine goldene Wiege,
Damit soll sie ihr Kindelein wiegen.
Wir wünschen der Frau eine goldene Schnur,
Damit bindt sie ihr Kindelein zu.
Wir wünschen dem Herrn einen silbernen Wagen,
Damit soll er ins Himmelreich fahren!
Nun fällt der tollen Narrenwelt
das bunte Kleid in Lumpen, -
und klirrend auf den Estrich schellt
der Freude voller Humpen.
Lautkrachend springt ins Schloß das Tor,
kein Lichtschein mehr am Fenster -
ein grauer Morgen kriecht empor,
der Morgen der Gespenster.
Da ist im tiefen Straßenstaub
ein stolzes Weib gestanden -
von ihrem Odem rauscht das Laub,
des Meeres Wogen branden.
Sie reckt sich in die Frühlingspracht
mit herrischer Gebärde:
mein ist, was blüht und weint und lacht -
mein ist die ganze Erde!
Was bimmelt ihr vom Kirchenturm
und predigt Reu und Buße?
Ihr seid das Sandkorn vor dem Sturm,
der Staub mir unterm Fuße.
Was schiert mich eurer Sünde Scham
und eurer Hölle Flammen?
Ich blas den ganzen Maskenkram
mit einem Hauch zusammen.
Mir gilt die Dirne unterm Tor,
das Hündlein in der Gossen
mehr als der schönste Damenflor
in euren Staatskarossen.
Und Blumen und Konfettischlacht?
Wie jäh verstummt die Harfe,
versprüht der Witz, verblaßt die Pracht,
löst meine Hand die Larve.
Mir gilt des Bettlers hohle Hand
und gramzerfressne Miene
mehr als der Fürstenhöfe Tand
und blutige Hermeline. -
Und tobt im Ost der Schwertertanz,
und saust das Blei, das rasche -
auf aller Kronen Faschingsglanz
streu ich die Handvoll Asche!
Ob Kirchen- oder Festungssturm,
sie wanken beid auf Erden
und werden einst vom Wirbelsturm
zu Staub zerblasen werden.
Und reißt der letzten Narretei
der bunte Rock in Fetzen,
dann soll die Menschheit, nackt und frei,
sich an die Tafel setzen.
Gib gut acht!
Du bist der Sonnenstrahl.
Verliere ihn nicht,
diesen strahlenden Ausdruck
auf Deinem Gesicht.
Jaguar
Zebra
Nerz
Mandrill
Maikäfer
Ponny
Muli
Auerochs
Wespenbär
Locktauber
Robbenbär
Zehenbär.
Christian Morgenstern