Geschwister Scholl

Donnerstag, 21. Februar 2008 um 07:17 Uhr

“Auf uns sieht das deutsche Volk! Von uns erwartet es, wie 1813 die Brechung des Napoléonischen, so 1943 die Brechung des nationalsozialistischen Terrors aus der Macht des Geistes. … die Toten von Stalingrad beschwören uns!” (Aus dem letzten Flugblatt der “Weißen Rose”)

Aber nicht nur sie waren die Weiße Rose – auch Christof Probst, Alexander Schmorell und Willi Graf. Am 22. Februar jährt sich der Todestag der ersten drei zum 65. Mal.

Im Februar 1943 unternahm die Gruppe nächtliche Aktionen, bei denen sie verschiedene Gebäude in München mit Parolen wie „Nieder mit Hitler”, „Hitler Massenmörder” und „Freiheit” beschrifteten. Auch im Februar 1943 entstand ein Flugblatt der Gruppe. Es richtete sich an die Münchner Studentenschaft und forderte vor dem Hintergrund der Schlacht um Stalingrad dazu auf, sich vom nationalsozialistischen System zu befreien. Bei der Verteilung dieses Flugblatts wurden die Geschwister Scholl am 18. Februar 1943 in der Münchner Universität beobachtet und verhaftet. Am 22. Februar wurden sie zusammen mit Christoph Probst vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und noch am selben Tag hingerichtet.

In einigen Blogs wird sicherlich darüber näher berichtet, ich möchte auf ein Buch von Inge Aicher-Scholl hinweisen, dass mich sehr beeindruckt hat: Sippenhaft. Obwohl die Eltern und Schwestern (Inge und Elisabeth) Scholl an den Widerstandsaktionen nicht teilgenommen haben, wurden sie nach der Hinrichtung Der Weißen Rose – Mitglieder von der Gestapo verhört, verhaften und eingesperrt. „Für den Verräter haftet die Sippe“ – diese nationalsozialistische Doktrin hatten sich die Untersuchungsbehörden und Gerichte längst zu eigen gemacht. Zeitweilig saßen sie in Einzelhaft und trotzdem gelang es ihnen, sich gegenseitig Kassiber zukommen zu lassen. Sie sprachen sich einander Mut zu und gaben sich Hoffnung.

Einige der Kassiber und Briefchen sind in dem Buch eindrucksvoll veröffentlicht worden, mir kamen bei manchen Schreiben die Tränen, zu was die Gestapobehörden doch fähig waren. Dann tröstete mich aber auch der Glaube der Familie und die scheinbar alltäglichen Dinge, die sie aufgeschrieben haben.

Vor sehr vielen Jahren habe ich einmal Inge Aicher-Scholl mit ihrem Mann Otl Aicher (der ein ausgezeichneter Grafiker war) treffen sehen dürfen. Mein Vater war ja auch Maler und hatte bei dem älteren Otl Aicher einen Kurs (?) belegt. Es waren sehr liebe Menschen.
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P.S.: Ich habe gestern Abend den Fernsehfilm nicht sehen können – hat ihn jemand auf DVD? Ist er überhaupt sehenswert?

4 Antworten für “Geschwister Scholl”

  1. María GERMANY sagt:

    Ich hab mir den Fernsehfilm angeschaut, aber ich fand ihn überhaupt nicht sehenswert. Wollte eigentlich deutlich mehr über die Thematik erfahren. Aber das war mir an manchen Stellen zu schwammig.

  2. piri GERMANY sagt:

    @Maria; meistens sind die Filme oberflächlich. Ich mag auch lieber Bücher zum nachschlagen und von Inge Scholl gibt es auch ein sehr gutes über ihre Schwester, aber auch die anderen Widerstandsgruppen sollten ob der schon Frau Sophie nicht vergessen werden.

  3. piri GERMANY sagt:

    @Caro, ich habe es natürlich heute Morgen verpennt!