Tag Archiv: Bücher

…nicht so viele Punkte

Nicht so viele, wie bei meiner Schwester, und vielleicht nicht so konsequent – aber jetzt ist erst mal Pause!

:wacko: Hier passiert im Moment sehr schnell sehr viel, mein Körper ficht mit sich selber – außen, wie innen. Jede Faser schmerzt und ich darf alles ohne Schmerzmittel aushalten – auf dem Sofa, eingemummelt in eine warme Decke. Nur der Butler fehlt, ich kann gerade den Stift zum zeichnen nicht gut halten.  Er fällt mir immer aus der Hand.

…und da ich außer jammern, nichts zu bieten habe, wird’s erst einmal ruhig. Ich lese alte Bücher neu. Zum Beispiel die rororo-Reihe Frauen aktuell von vor über dreißig Jahren:

Kein Kind zum vorzeigen? Ingrid Häusler
Das Buch wurde in den 70er Jahren geschrieben und ist nur noch gebraucht bei amazon zu bekommen.
Die Autorin schildert den Alltag mit ihrem schwer geistig behinderten Sohn Frank. Auf der Suche nach den Ursachen für seine Behinderung und im Kampf gegen Gleichgültigkeit und Unverständnis der Umgebung entwickelt Häusler ein neues Selbstwertgefühl und kehrt dem “Weiblichkeitswahn” den Rücken.
Ein sprachlich äußerst stimmiges Buch, das auch die Grenzen der Mutterrolle gelten lässt. Zudem wird deutlich, wie ausgegrenzt und isoliert Behinderte noch vor wenigen Jahrzehnten bei uns in der Bundesrepublik gelebt haben.(Wirklich vor Jahrzehnten?)

Mütterfeindlichkeit Dieter Boßmann
Von der Schande Kinder zu haben – Frauen berichten. Es ist nicht mehr ganz zeitgemäß, aber so manche Vorwürfe sind auch heute noch latent vorhanden.

Die Hausfrauengruppe oder wie elf Frauen sich selbst helfen verschiedene Autorinnen
Ein Buch, das mir 1979 Mut gemacht hat und das ich mit großem Interesse wieder lesen werde.

Alles haben

Man kann nicht alles haben, das lernen wir schon als Kinder, aber wir glauben es nicht! »Kompromiss«, dieses Wort lernen wir erst später. Ein Fremdwort manchmal, doch wir erfahren, dass wir Kompromisse schließen müssen. Weil wir wirklich nicht alles haben können.

Und dann kommt dieser Januar und wischt uns jegliches einstudiertes Kompromissgehabe aus dem Kopf, kommt, ist regnerisch, novembergrau und ohne Schnee, lädt uns eins, uns in eine Decke zu kuscheln, den Kamin anzuzünden, die warmen Wollsocken hervorzukramen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

Ich hole mein Buch hervor, das dass ich schon ungelesen in die Ecke pfeffern wollte – siehe da, es ist für diesen Moment genau das richtige. Es sind Zwei ernsthafte Damen von Jane Bowles

Inhalt:
In dem Roman geht es um zwei Exzentrikerinnen Mitte dreißig, die nach Lebensglück und Selbstverwirklichung streben, ohne sich dabei durch Konventionen und Rollenerwartungen einschränken zu lassen. Mrs Copperfield verfällt einer Hure und trennt sich von ihrem Mann, während die reiche Miss Goering anfängt, sich selbst zu prostituieren. Am Ende merken sie, dass ihr neues Leben auch keine Erfüllung ist …

Unter der Leselampe ist das Licht wunderbar weich, meine Haut strahlt und glänzt ein bisschen.

Das Telefon klingelt, dran ist eine langvermisste Freundin aus Kindertagen. Sie erzählt, dass sie nun allein ist, erzählt von sich und ihren Sorgen. Mir wird klar, dass ich zu lange Zeit im Schneckenhaus gelebt habe …

Ich wollte nie wieder etwas von ihr hören, jetzt schließe ich doch noch einen Kompromiss, höre ihr zu und wünschte mich an ihre Seite. Sie hatte mich verraten, das ist nun völlig zweitrangig und auf einmal wünschte ich, ich wäre mit ihr zusammen und könnte sie in meine Arme schließen.

nicht nur blockiert

Da habe ich mich hingesetzt, um einen Rock für mich zu nähen – so ganz ohne Schnitt und einfach easy. Dachte ich!
Nebenbei ist mir eingefallen, das Gästebett abzuziehen und zu waschen.
Dann habe ich das Gästebad angeguckt und gemeint, ich könnte es g’schwind putzen.
Handtücher in die Waschküche …
Dort lag Bügelwäsche …
… und Carstens Bett (er hat diese Nacht ohne Windel geschlafen) musste auch in die Waschmaschine.
Aber dann, ran an die Nähmaschine …
Denkste!
Wiebke ruft nach mir, sie möchte Kakao!
Die Wäsche ist fertig!
Bettbezüge aufhängen.
Matratzenschoner und Bettdecke in den Trockner.
Halt – das Kissen nicht vergessen.
Wiebke hat in die Hose gepinkelt – aber nur ein ganz klein wenig – trotzdem umziehen.
Dunkle Wäsche waschen, darunter auch die Pisshose.
Ich hole mir mein Buch, das mit der Giraffe:

Der Hals der Giraffe

Anpassung ist alles, weiß Inge Lohmark. Schließlich unterrichtet sie seit mehr als dreißig Jahren Biologie. Daß ihre Schule in vier Jahren geschlossen werden soll, ist nicht zu ändern – in der schrumpfenden Kreisstadt im vorpommerschen Hinterland fehlt es an Kindern. Lohmarks Mann, der zu DDR-Zeiten Kühe besamt hat, züchtet nun Strauße, ihre Tochter Claudia ist vor Jahren in die USA gegangen und hat nicht vor, Kinder in die Welt zu setzen. Alle verweigern sich dem Lauf der Natur, den Inge Lohmark tagtäglich im Unterricht beschwört. Als sie Gefühle für eine Schülerin der 9. Klasse entwickelt, die über die übliche Haßliebe für die Jugend hinausgehen, gerät ihr biologistisches Weltbild ins Wanken. Mit immer absonderlicheren Einfällen versucht sie zu retten, was nicht mehr zu retten ist.

…sehr empfehlenswert!

Carsten nöckelt, aber MamS kümmert sich um den Zornbolzen.
Wiebke ist ganz fürsorglich und will ihn trösten – er ignoriert sie und sie ist untröstlich beleidigt.

Ich stelle die Nähmaschine wieder ins Eck!

… Montag wird genäht, dann sind alle wieder unterwegs (die Ferien sind vorbei) – die Junioren im Förder- und Betreuungsbereich und MamS im Büro.

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Außerdem ist mir furchtbar kalt – ich friere und mein Nacken schreit: KAKAO

Wenn zwei sich treffen

…und dann noch im Buchladen, dann kann das schweres Gepäck bedeuten.

Mia und ich – wir haben uns getroffen! Um 10:00Uhr in der Frühe, nahe des Schlosses in unserer Landeshauptstadt, und da wir beide große Leseratten sind, konnten wir nicht anders; wir mussten stöbern. Wittwer ein Paradies für Büchernarren!

Bilderbücher, doofe, aber auch ganz viele schöne. Babybücher – blöde von Anne Geddes (wer mag solche verkitschten Babybilder? – Ich nicht und mein Töchting auch nicht.) und Elternratgeber. Aber Wiebke kann nicht lesen, möchte trotzdem reale Bilder und möglichst wenig Text in einem stabilen Buch. Ich hab eins gefunden; nachdem ich eine Buchhändlerin danach gefragt habe. Ich hatte es schon in der Hand, die Verkäuferin war nämlich ein bisschen überfragt. Macht aber nichts, denn mir geht das oft so: ich frage und habe im nächsten Moment die Antwort schon in mir drin. Wenn ich nicht gefragt hätte, dann hätte ich auch keine Antwort – paradox? Mag sein, stört mich aber nicht.

Für Carsten hat Mia ein tolles skurriles Bilderbuch gefunden, leicht sarkastisch und mit wundervollem schrägen Humor (ich habe jetzt keine Lust nachzugucken, denn eigentlich bin ich beim Plätzchen backen) – ich glaube, ihm gefällt das bestimmt sehr gut. Dann gab es noch ein Hörbuch für den Kerle (Schauergeschichten, er mag das und ich weiß jetzt schon, wovon er bald nächtens träumen wird); Wiebke bekommt den Sams, denn bei ihr muss es lustig sein, aber auch ein bisschen schräg und leicht hinterhältig …

Für MamS hab ich was gefunden, für die Mutti und dann habe ich den freundlichen Hinweis bekommen, doch auch noch was für mich mitzunehmen. Ihr könnt alle beruhigt sein – ich habe was gefunden und hätte bestimmt noch mehr gefunden, und noch mehr und mehr und mehr und mehr …

Durst! Durst ist schlimm. Aber wenn wir doch gleich essen wollen! Dann brauchen wir doch nicht, so kurz vor 12:00 Uhr nen Kaffee trinken. Wasser tut’s doch auch. Nur hinsetzen durften wir uns für ein Glas Leitungswasser nicht.

Gut, im gehen lässt sich auch schwätzen!

Mit meinem Gatten kann ich kein Sushi essen, mit Mia dafür richtig gut und in richtig gutes Geschwindigkeit (ich brauchte mich nicht abzuhetzen und schnell, schnell machen – mit MamS bin ich beim Essen oft auf der Flucht).

Kaffee haben wir besorgt, ich habe eine Armbanduhr weggeworfen, haben eine Trott!war-Zeitung gekauft, sind durch ein Spielwarengeschäft gehuscht, um eine kleine Nähmaschine zu suchen – haben natürlich keine gefunden. Sind bei Merz und Benzig durchgeschoben worden (drangvolle Enge) und haben geratscht, geredet, gebabbelt, gequatscht und viele gute Dinge besprochen, haben Ideen ausgebrütet, Kuchen gegessen, Espresso geschlürft, und Latte Macchiato getrunken.

Warum rast eigentlich die Zeit so, wenn es schön ist?

Ach so, eine Flaschenbürste habe ich auch besorgt und Zuhause gleich ausprobiert.

Jetzt muss ich aber los, die Junioren beim Backen in der Gemeindehalle unterstützen. Grüne Kekse werden es und Autos und Flugzeuge – bestimmt gibt es auch ein Baby und mehlige Haare und dann um 9:00 Uhr geht’s Marsch ins Bett – und nicht nur die Junioren!

Vergessen haben wir ein Bild zu knipsen – und das, obwohl ich meine kleine Knipskiste in der Tasche spazierengetragen habe!

Advent kann kommen

…oder diese Überraschungen sind gelungen:

Ute du gute, du hast uns eine große Überraschung bereitet – mit deinem großen Paket! Ich mag jetzt sogar Bibi Blocksberg wieder richtig gut leiden. Dankeschön.
:herz: Herzliches Dankeschön, wir haben noch nicht alles ausgepackt, der Advent beginnt ja erst. Aber so kann er wunderschön werden!

Bonafilia, guck, der Flieger hängt. Die Söckchen müssen nur noch befüllt werden. Hab alles schon in der Küche liegen und werde mich morgen früh ans Werk machen.

Das Kruzifix ist von meinem Vater und ich wollte es unbedingt. Es ist was besonderes, denn es ist schwarz/weiß. Deswegen, weil niemand so ganz genau sagen kann, ob Jesus ein dunkelhäutiger oder hellhäutiger Mensch war. Ich habe meine Mutter bekniet, es mir zu schenken und sie breitgeschlagen, nun hängt es bei uns im Eingang.

Meine Bauchschmerzen sind noch nicht weg – ich hatte Alpträume – und hab’ sie immer noch. Ganz schlimme Dinge passieren; ich falle ins Bodenlose; die Kinder haben Fratzen und werden durch die Luft geworfen… Fragt nicht nach – es ist nicht schön!


Das Buch, das ich gerade lese, heißt Bumerang und ist von Tatiana de Rosnay:

Zu ihrem vierzigsten Geburtstag lädt Antoine seine Schwester Mélanie übers Wochenende auf die Insel Noirmoutier ein, wo sie als Kinder die Sommermonate verbrachten. Seit dem Tod der Mutter vor dreißig Jahren waren sie nicht mehr dort. Auf der Fahrt zurück nach Paris sitzt Mélanie am Steuer, sie ist schweigsam, angespannt.

Als sie ansetzt, ihrem Bruder etwas zu erzählen, verliert sie die Kontrolle über den Wagen. Mélanie wird schwerverletzt ins Krankenhaus eingeliefert, Antoine dagegen bleibt unversehrt.

Entschlossen, herauszufinden, was seine Schwester so sehr erschüttert hat, spürt er einem Familiengeheimnis nach, das sich um seine Mutter zu ranken scheint. Und stößt auf ein Bündel Liebesbriefe …

Bücherprojekt

 

 

Welche fünf Bücher bedeuten Dir so viel, dass Du sie nicht mehr hergeben würdest?

Ich habe schon gehört vom 5 Bücher-Projekt und lese dort auch gerne. Frau Feuerfalter hat ihre lesenswerten Bücher aufgezählt. Ich werde das auch mal machen:


Es ist ein bedrückendes Buch, aber genau deswegen mag ich es, weil ich mir so richtig vorstellen kann, wie sich die Frau im Wald fühlte… Ich lese gerade ein anderes Buch, das mich auch sehr bewegt: Raum (ich werde berichten)


Muss man über dieses Buch etwas schrieben? Ich denke; nein!


Ein Roman einer Jüdin.


Eins meiner liebsten Kinderbücher (ist eigentlich gar kein Kinderbuch). Ich kann heute noch manche Passagen auswendig.


Ein bewegendes Buch über Iris Murdoch, sie war eine große Schriftstellerin – bis sie Alzheimer bekam.


Es gibt noch einige mehr Bücher, die ich ganz besonders gerne mag. Aber die oben genannten sind welche, die ich immer wieder lesen kann und auch werde.

    Mir selber geht es ein bisschen besser, ich kann mir auch gar nicht erlauben, krank zu sein. MamS muss dieses Wochenende arbeiten. (Ein Computerprogramm wird umgestellt – für mehrere tausend Rechner – die gesamte Werbung für Kaufland und Lidl hängt dran…) Die Junioren sind lieb und lassen mich in Ruhe liegen. Dennoch können sie sich nicht alleine versorgen und ich muss von Zeit zu Zeit aufstehen!
© 2012 piri ulbrich | 337 Tage Kuddelmuddel voller worte . | Mit schon 662 Beiträgen. | Manchmal mischt sich hier Fiktion mit Wirklichkeit.