Mit zwei Rollifahrern und nur einer Behindertenumkleidekabine, in der keine Liege ist, einen FSJler, der sich sehr bemüht, aber leider nicht recht weiß, wo er zupacken soll, ist schwimmen gehen eine Herausforderung. Diese nehme ich gerne an und bewältige sie (meistens) auch ziemlich gut.
Carsten wird halt auf dem Handtuch, das auf dem Fußboden liegt, an- und ausgezogen. Wiebke sitzt dafür auf dem Klo und wir beiden anderen schwitzen und ziehen uns heimlich irgendwo anders um.
Hier in Baden-Württemberg sind Ferien und dementsprechend voll ist das Spaßbad. Ein Witzbold von ca. 15 Jahren wollte Carsten Rollstuhl ins Wasser rollen lassen. Zum Glück hat es eine Mutter mit Kleinkind auf dem Arm gesehen – ich selber wäre höchstwahrscheinlich zu spät aus der drangvollen Badewanne, die sich Solebecken schimpft (meist ist es dort leer, nur heute war es eine Badewanne), also, ich wäre zu spät gekommen, den Rollstuhl zu retten.
Kennt ihr Stehschwimmen? Nein, dann kommt mal in Ferienzeiten, wenn es tagsüber draußen trübe ist, ins Aquatoll nach Neckarsulm, da könnt ihr es leibhaftig kennenlernen. Mit Behinderten anstarren inklusive! Die Junioren wurden beäugt und begutachtet, (nicht nur) Kinder haben getuschelt, aber auch gelächelt und ein Wettschwimmen veranstaltet. Wiebke hat ertrinkende Frau gespielt und Carsten hat einen neuen Rekord im Dauertauchen aufgestellt. Meine Augen waren überall und der Helfer hatte beide Junioren auch immer im Blick, manchmal von unten und manchmal mit beiden auf den Armen.
Die Junioren waren begeistert, der FSJler ist mittelprächtig fix und fertig und ich schlafe gleich auf dem Sofa ein.
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…für meine Gelenke ist das warme Wasser allerdings das reinste Gift!