Plan

“Du Mama, ich hab da einen Plan!” Carsten setzt eine wichtige Miene auf und beginnt mir seinen Plan zu erklären.
“Also,” fängt er an, “also, die Ferien sind ja bald zu Ende…”
“Nein, stimmt nicht.” Wiebke berichtigt ihn: “Die Ferien sind erst nächste Woche vorbei!”
“Na macht doch nichts.”
“Doch, es sind noch paar Tage.”
“Aber ganz wenige.”
“Wenigstens scheint die Sonne und es regnet nicht!” Meine Tochter denkt praktisch: “Heute Abend können wir draußen essen.”
“Ooooch, das war doch mein Plan!” Carsten zieht einen Flunsch und rollt beleidigt davon.

…und jetzt frag ich mich, was das mit den endenden Ferien zu tun hat?

Verspätung

Nach mehr als 2 Stunden Verspätung sind die Urlauber endlich wieder Daheim angekommen. Die Fahrt von der Ostsee hat über 14 Stunden gedauert – sie sind sogar früher losgefahren, als geplant!

Müde, aber glückstaumelig! Jetzt liegen sie in ihren Betten und träumen Inselträume von Strand, Meer und Wellenrauschen.

Nichts

Nichts machen, fällt ganz schön schwer. Mir; jedenfalls wenn ich kein Fieber mehr habe. Nichts machen, ist anstrengend. Ich weiß nicht wohin mit meinen Händen – dabei tu ich sonst auch nicht viel damit – Bücher halten! Zählt das? Nichts tun, einfach daliegen ohne zu schlafen, da kribbelt es mich, da muss ich aufstehen und hier ein bisschen puzzeln und da was umstellen oder einen Stift in die Hand nehmen. Nichts machen, schließt ja denken auch aus. Ich kann nicht nicht denken! Aber das muss man können um nichts machen zu können. Wenn ich nichts mache, dann schlafe ich und dann tu ich ja auch schon wieder was!

MamS kann stundenlang nichts tun. Er sitzt im Garten oder im Café und sitzt – mehr nicht. Ich werde immer wuschiger, aber der Mann sitzt. Noch nicht mal reden tut er – ist reden im Nichtstun verboten?

“Was machst du?” “Nichts!” “Hmmhmm, wie geht das?” -keine Antwort- denn das Nichtstun hat ihn wieder voll im Griff.

… und, was mache ich jetzt?

nicht nur blockiert

Da habe ich mich hingesetzt, um einen Rock für mich zu nähen – so ganz ohne Schnitt und einfach easy. Dachte ich!
Nebenbei ist mir eingefallen, das Gästebett abzuziehen und zu waschen.
Dann habe ich das Gästebad angeguckt und gemeint, ich könnte es g’schwind putzen.
Handtücher in die Waschküche …
Dort lag Bügelwäsche …
… und Carstens Bett (er hat diese Nacht ohne Windel geschlafen) musste auch in die Waschmaschine.
Aber dann, ran an die Nähmaschine …
Denkste!
Wiebke ruft nach mir, sie möchte Kakao!
Die Wäsche ist fertig!
Bettbezüge aufhängen.
Matratzenschoner und Bettdecke in den Trockner.
Halt – das Kissen nicht vergessen.
Wiebke hat in die Hose gepinkelt – aber nur ein ganz klein wenig – trotzdem umziehen.
Dunkle Wäsche waschen, darunter auch die Pisshose.
Ich hole mir mein Buch, das mit der Giraffe:

Der Hals der Giraffe

Anpassung ist alles, weiß Inge Lohmark. Schließlich unterrichtet sie seit mehr als dreißig Jahren Biologie. Daß ihre Schule in vier Jahren geschlossen werden soll, ist nicht zu ändern – in der schrumpfenden Kreisstadt im vorpommerschen Hinterland fehlt es an Kindern. Lohmarks Mann, der zu DDR-Zeiten Kühe besamt hat, züchtet nun Strauße, ihre Tochter Claudia ist vor Jahren in die USA gegangen und hat nicht vor, Kinder in die Welt zu setzen. Alle verweigern sich dem Lauf der Natur, den Inge Lohmark tagtäglich im Unterricht beschwört. Als sie Gefühle für eine Schülerin der 9. Klasse entwickelt, die über die übliche Haßliebe für die Jugend hinausgehen, gerät ihr biologistisches Weltbild ins Wanken. Mit immer absonderlicheren Einfällen versucht sie zu retten, was nicht mehr zu retten ist.

…sehr empfehlenswert!

Carsten nöckelt, aber MamS kümmert sich um den Zornbolzen.
Wiebke ist ganz fürsorglich und will ihn trösten – er ignoriert sie und sie ist untröstlich beleidigt.

Ich stelle die Nähmaschine wieder ins Eck!

… Montag wird genäht, dann sind alle wieder unterwegs (die Ferien sind vorbei) – die Junioren im Förder- und Betreuungsbereich und MamS im Büro.

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Außerdem ist mir furchtbar kalt – ich friere und mein Nacken schreit: KAKAO

So Mama

O weh, wenn das schon so losgeht, dann kann nichts Gutes nachkommen!

“So Mama” sinniert Carsten, “wenn es heute Nachmittag regnet, dann können wir doch auch schwimmen gehen. Oder?” “Ja sicher, nur wo kriege ich ‘nen Zivi oder eine andere Hilfe her? Oder du wartest bist ich Wiebke aus- und nach dem Schwimmen wieder angezogen habe …” “Nö, Wiebke wartet!” “Nee”, kommt es von ganz weit hinten — das was sie nicht hören sollen, hören sie und was sie hören sollten, das überhören beide gefließendlich; “nee, ich friere doch mehr als der da!”

…schon sind wir mittendrin in der Diskussion.

schaf “Oder wir gehen ins Kino!” “Klar, mit 2 Rollstühlen…” “Oder wir gehen Kaffeetrinken!” “Oder wir stöbern in der Buchhandlung!” Alle Sätze mit Ausrufezeichen, alle sehr bestimmend – über mich bestimmend. Mir fehlt der Zivi oder jemand vom sozialen Jahr. Aber bis jetzt habe ich noch niemanden engagieren können …

Außerdem wird Zeit, dass die Ferien enden — denn dann beginnen die Kurse der Offenen Hilfe wieder.

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