Die Geschichte des blauen Teddy bei Gudrun hat mich inspiriert doch einmal die gute alte Dame ‘teddyline’ zu fotografieren.
Sie ist nur ca. 10 Monate jünger, als ich es bin und sieht doch schon viel älter aus. Liegt es daran, dass ich sie über alles geliebt habe und überall mit hin nehmen musste? Oder liegt es vielleicht daran, dass ich nicht sehr pfleglich mit ihr umgegangen bin?
Jedenfalls war sie auf meiner ersten alleinigen Bahnfahrt dabei. Dreijährig klemmte ich mir meine Teddyfrau unter den Arm, um sie ja nicht zu verlieren. Sie hatte das gleiche Kleidchen an wie ich, das mir meine Mutter extra für diesen Anlass genäht hatte. Aus den Stoffresten gab es dasselbe für ‘teddyline’. Stolz zeigte ich sie natürlich nicht her.
Weihnachten ohne meinen Teddy kann ich mir nicht vorstellen. Als Kinder haben wir auf den Treppenstufen vorm Wohnzimmer gewartet – wie oft musste ich noch schnell in mein Zimmer flitzen, um ‘teddyline’ zu holen. Auch heute noch fehlt sie äußerst selten am Heiligen Abend. Mittlerweile wird sie allerdings mit Samthandschuhen angefasst und sehr vorsichtig behandelt – Handle With Care – der Name ist Programm.
Sie war als junge Dame mit mir in der Schifreizeit (ich wurde wegen ihr ausgelacht und gehänselt), sie war mit bei der Kinderkur auf Langeoog und musste sich in den Koffer zwängen, als ich das erste Mal mit der Schulklasse unterwegs war. Sie überstand meine Schminkversuche nur leidlich, ergab sich in ihr Schicksal, als ich die Holzwolle notdüftig wieder in sie reinstopfte und sie unfachmännisch zunähte. Die Narben überm Ohr sind keine Meisterleistung. Aber ich liebe sie noch immer – meine Teddydame!