Noch was

Es können wundervolle Begegnungen entstehen, wenn sich nur einer traut den anderen anzusprechen!


Ach was – können? Es sind gute Gespräche, allesamt. Erst morgens daheim, dann mittags beim Bäcker und schlussendlich abends, erst mit den Junioren und dann mit einer Gastabendesserin wieder im bleibenden Zuhause.

Mein Dank gilt allen diesen toughen (im Sinne von stark) Frauen…

Das Baby war auch dabei

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Die App musste ich jetzt auch mal ausprobieren.

Danke, liebe Freundin, für die wunderbare Geburtstagseinladung zum Essen gehen. Wiebke und Carsten haben es sehr genossen und ich so sehr, ich kann nicht in Worte fassen, wie sehr – Dankeschön!

Das Baby musste mit, es lag die ganze Zeit auf dem Tisch, war mittendrin, statt nur dabei. Mein Töchting hat gefressen gegessen wie ein Scheunendrescher (der Fisch war aber auch sehr lecker) und sogar der Kerle hat fast einen halben Germknödel verdrückt.

Zum anschließenden Spaziergang waren die Junioren dann aber doch nicht mehr zu motivieren, kaum saßen sie im Auto, war die ganze Euphorie verflogen…

Trotzdem war es ein herrlicher Samstagmittag!


In mir schwingt es, in mir singt es! Nicht immer fröhliche Lieder, wie dieses. Aber ich habe Musik in mir, Töne – leise, laute, sehr laute und manchmal ziemlich schräge 12-Tonmusik, dann wieder luftig leichte Mozartklänge, Edvard Grieg und die kraftvollen Celli von der finnischen Band Apocalyptica. Im nächsten Moment mag ich Balladen hören oder Chansons. Kein Klaviergeklipper und Geigen auch nur, wenn sie nicht fideln.

Selber singen fällt mir schwer, weil erstens meine Stimme streikt und zweitens alle Töne in mir bleiben wollen. Mag sein, dass das morgen anders ist. Es ist gut so, wie es ist!

Manchmal kommt einfach alles auf einmal

„Nein, nicht das auch noch!“ Sie steht da, mit dem Hörer in der Hand und möchte sofort zum Auto und losfahren.

„Was ist passiert? Mutti sag, was ist passiert?“ „Ich bin gestürzt.“

„Wo? Wann? Sag was – bitte, wann bist du gestürzt? Zuhause? Heute Morgen?“ „Nein, gestern!“

„Wann gestern? Du warst doch gestern noch bei mir und bist nach Hause gefahren…“ „Ich weiß nicht, wie ich auf diesen Parkplatz gekommen bin und ich weiß auch nicht, wie ich gefallen bin und wie lange ich da so lag. Irgendwann war ich wieder da und dann habe ich den Kofferraum aufgemacht und den Wein gesehen, mich erinnert, dass ich von dir kommend auf dem Weg nach Hause war; tja und dann bin ich wieder ins Auto gestiegen und weitergefahren.“

„Was hast du gemacht, du bist weitergefahren? Hast niemanden angesprochen und dich hat niemand angesprochen, dass er dir hilft?“

„Warum? Der hätte mir auch nicht helfen können!“ „Du bist 81 Jahre alt; ich finde das toll, dass du noch Auto fährst; ich fand es wunderbar, dass du, als ich meinen Hilferuf abgesetzt hatte, sofort gekommen bist – aber du musst nicht alles alleine machen! Warst du denn wenigstens, gleich als du Zuhause angekommen bist, beim Arzt?“ „Ja!“ Die Stimme wurde zögerlicher und die Tochter begann zu ahnen, dass das, was sie bislang gehört hatte noch lange nicht alles war.

„Sag mir jetzt bitte, was ist passiert?“ „Hab ich doch, ich bin gefallen…“ „…und?“ „Dabei habe ich mir die Zähne ausgeschlagen – ich wollte ja sowieso zum Zahnarzt…“

„Lass dir doch nicht alles aus der Nase rausziehen, das ist sicherlich noch lange nicht alles!“ „Na ja“, die Stimme der Mutter wurde schwächer: „meine Schulter tut mir weh und Herzbeschwerden habe ich auch…“

„Ich komme, ich kann nicht gleich kommen. Aber morgen nach dem Zukunftsgespräch setze ich mich ins Auto und komme!“ „Du musst nicht kommen, ich will das nicht, kümmere dich um deine so wichtigen Gespräche. Ich schaffe das schon alleine!“

„Wissen meine Brüder Bescheid?“ „Nein, es ist niemand zu erreichen!“

„Weiß es deine Nachbarin?“ „Ich glaube nicht!“

„Hast du es ihr gesagt?“ „Nein!“

„Ich komme, ob du willst oder nicht!“

Sie drückt auf den roten Hörer des Telefons, setzt sich und fängt an zu zittern, nimmt den Hörer wieder in die Hand und wählt eine fremde Nummer. Die Nachbarin ist nicht Daheim.

Hoffentlich, so denkt sie, ist Frau M. schon zur Mutter und guckt nach ihr.

Wieder nimmt sie das Telefon in die Hand, ruft den Bruder an und erreicht diesen nicht.

Plötzlich ist sie ganz ruhig, denkt nach, packt ihre kleine Tasche, bringt sie zum Auto, sortiert die Unterlagen für das wichtige Zukunftsgespräch, geht diese in Gedanken Schritt für Schritt noch einmal durch – und lässt sich Wasser ein. Baden hat ihr schon immer beim Nachdenken geholfen…

…morgen fährt sie los um sich um ihre Mutter zu kümmern.

Worte und Erinnerungen

»Wenn Worte zu Waffen werden, ist es besser das Feld zu räumen.«

Unbewusst gehe ich in Deckung, ziehe den Kopf ein – einen Schwanz besitze ich nicht. Ich gönne mir in meiner heimischen Festung, ein warmes wohliges Wannenbad. Die rote Kerze am Beckenrand flackert sanft, das Badewasser duftet nach Lavendel und Bergamotte, leise singt Sting: Fields of Gold und ich versinke in Erinnerungen.

Wie war das, als mein Freund in Südafrika überfahren wurde; wie, als ich das erste Mal auf eine Party durfte? Was habe ich gedacht, als ich erfuhr, dass Carsten kein normales Leben führen wird? Was habe ich geahnt, während der Schwangerschaft mit Wiebke?

Stopp! Nicht grübeln, nicht über Dinge nachdenken, die ich sowieso nicht mehr ändern kann. Lieber daran denken, wie es war, als wir im letzten Sommer auf den Berg gekraxelt sind – die Gesichter der anderen Bergwanderer vergesse ich nie. Wir haben mit den Rollis doppelt so lange gebraucht, aber wir haben es geschafft, das gibt Selbstvertrauen.

Die harten Worte, die auf mich eingeprasselt sind, verhallen. Ich lasse sie abblitzen, sie treffen mich nicht – die Worte, die verletzen sollen, prallen auf diejenige zurück, die sie abgeschmettert hat und hauen sie um.

…und ich habe auf einmal Mitleid mit ihr!

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