Frauen
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Am 16. Mai 1898 wurde Tamara als zweites Kind der großbürgerlichen, sehr reichen Familie Gorska in Warschau geboren. Sie war 13 Jahre alt, als sie auf einer Italienreise mit ihrer Großmutter ihr Interesse an Kunst und Malerei entdeckte.
Tamara war privilegiert und wurde auf einem schweizerischen Internat in Lausanne erzogen. Ihre Mutter heiratete ein zweites Mal und aus Prostest darüber zog sie zu einer Tante nach St. Petersburg – sie wollte Luxus und ein angenehmes Leben. Sie bekam es.
1916 heiratete Tamara den polnischen Anwalt Tadeusz Lempicki. Das Paar konnte sich leisten auf großem Fuß zu leben. Sie verließen aber 1918 nach der Revolution Russland und siedelten nach Paris über. Dort wurde ihre Tochter Kizette geboren.
Tadeusz fand keine Arbeit. Und so entschloss sich Tamara zu malen in einer Richtung, die dem Zeitgeist entsprach – Art déco. Ganz geschäftsmäßig forcierte sie ihre Laufbahn. Sie nahm Maluntericht und suchte gezielt nach Ausstellungsmöglichkeiten. Sie umgab sich mit berühmten und einflussreichen Menschen, setzte ihre Schönheit ein und hatte auch bald erste Erfolge.
Modezeitschriften wurden auf sie aufmerksam, sie verkaufte erste Bilder und „La Lempicka“ war geboren. Die „schöne Polin“, wie sie in Paris der 20er und 30er Jahre genannt wurde, portraitiere in erster Linie reiche einflussreiche und vornehme Menschen der gehobenen Gesellschaftsschicht. Sie holte sich aber auch schöne Leute von der Straße und zeigte ihre Arroganz, schuf erotische Bilder, üppige makellose Körper und malte Frauen, die sowohl männliche als auch weibliche Züge hatten und wagte Neues, indem sie nackte Körper wie Maschinen oder Apparate malte.
Es kam, wie es kommen musste, die Ehe ging in die Brüche. Aber sie hatte es geschafft, sie war berühmt und erfolgreich. Es galt als schick, von ihr gemalt zu werden und ihre Bilder wurden teuerer und teurer.
Bald darauf, im Jahr 1933, heiratete sie einen ungarischen Baron und mit ihm floh sie vor den Nazis in die USA. Erst nach Beverly Hills und später nach New York.
Ihre abstrakten Bilder fanden keinen Anklang. Erst 1972, nachdem Galeristen auf eines ihrer Werke stießen, feierte Tamara ein Comeback in der Pariser „Galerie de Luxembourg“
Am 18. März 1980 starb Tamara Lempicka an ihrem Wohnsitz im mexikanischen Cuernavaka, sie war in die Reihe der größten Künstlerpersönlichkeiten aufgerückt. Sie hatte erreicht was sie wollte – reich und berühmt werden!
Ich hätte sehr gerne eines ihrer Bilder bei mir im Zimmer hängen, ich mag die Farben und die Gradlinigkeit, ich mag die Strenge und liebe Art déco. Tamaras Daten sind fast identisch mit denen meiner Oma!


Sonntag, 22. Januar 2012 13:32 
"Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf." Aus Gut gegen Nordwind - Daniel Glattauer 

