und ein dreckiger Spiegel

… ungeschminkt und fern der Heimat. Nein, stimmt ja gar nicht. Nur ungeschminkt und im Schlafzimmer vorm dreckigen Spiegel!

Ich hätte ihn vielleicht vorher putzen sollen, aber dieses Experiment mit dem fotoknipsen mache ich auch kein zweites Mal. Das ist ja ganz schön schwierig! Bis man seinen gesamten Körper auf dem Bild, nichts verwackelt, einen einigermaßen anständigen Gesichtsausdruck, die richtige Frisur (na ja, da streiten sich die Geister) und Lust dazu hat, ist das ganz schön harte Arbeit und es vergeht ‘ne Menge Zeit.

Jetzt kann ich noch mehr schätzen, was Sabine und die anderen Modeblogerinnen (es ist nicht despektierlich gemeint), machen. Ich danke euch und werde euch ganz bestimmt nicht mehr ins Handwerk pfuschen. – Denn für so einen Aufwand bin ich viel zu faul.


Mein PC tut wieder; aber Google-Reader mag mein Blog nicht. Ich weiß nicht woran es liegt und es ist mir auch völlig egal. Kommen halt weniger Besucher schauen…

Selbstporträts

Selbstporträts

 

ohne Worte

Es gab heute Steckrübeneintopf – ich hatte noch nie Steckrüben. Mein Vater mochte die nicht und so gab es die nicht! In der Biokiste am Donnerstag war eine Rübe drin und so habe ich mich drangemacht das Trumm klein zu schnibbeln und zu kochen. Mir schmecken Steckrüben gut, aber ich brauchte sie ja nicht, wie mein Vater und wie viele andere Menschen auch, in den Kriegs- und Nachkriegszeiten fast ausschließlich essen!


Ich friere! Mein Nacken tut mir weh und meine Nase läuft – weil mir mein Nacken weh tut. Hab’ ihn nämlich mit Wärmecreme eingerieben, und diese vertrage ich nicht; reagiere allergisch auf irgendeinen Inhaltsstoff – so läuft meine Nase auf und davon! Wenn sie nicht wieder kommt, dann kaufe ich mir ne neue – achte aber drauf, dass sie nicht so beleidigt ist und ständig empfindlich reagiert…

Ein ganz normaler Morgen

Stichworte

  • MamS (Mann an meiner Seite) steht sofort auf, sobald der Wecker auch nur einen Ton von sich gegeben hat. Es ist 7 Minuten vor 6 Uhr!
  • Ich selber höre die Dudelmusik zwar, dreh mich aber noch mal um und döse noch ein Weilchen, höre die Anstöße im Radio, danach die Nachrichten und noch ein bisschen Musik über die ich mich regelmäßig aufrege, weil sie so blöd ist.
  • Viertel nach sechs bin ich so weit, dass ich schnell ein paar gymnastische Übungen im Bett mache um in die Gänge zu kommen. Dann aber hopp, raus, rein in die Klamotten, ein Lied auf den Lippen und rauf (wir schlafen im Souterrain) Kaffee trinken.
  • Um halb sieben werden die Junioren geweckt. Na ja, eigentlich nicht geweckt, denn sie sind schon wach, mögen nur nicht aufstehen.
  • Wiebke singt fröhliche Wuppalieder und Carsten dreht, sobald Strom da ist, sein Radio auf volle Lautstärke! Herrlich aus 2 Richtungen höre ich Gedröhne! Meine Lieder kann ich vergessen!
  • Jeden Morgen badet bei uns einer der Junioren. Jeden zweiten Morgen wasche ich Carstens Bett, weil der Kerle ohne Windeln schläft. Jeden Morgen gibt es ein kleines Theaterstück, das inzwischen Bühnenreif ist. “Ich will nicht baden!” Ich will nicht Haare waschen!” Ich will nicht rasiert werden!” Ich will nicht Haare föhnen!”
  • Die Klamotten, die ich für Wiebke herausgesucht habe, sind natürlich nicht die richtigen. Mein Argument doch am Abend vorher gemeinsam zu schauen wird zerschlagen, weil sie abends ja gar keine Zeit mehr dazu hat. – So muss sie, wohl oder übel, das anziehen, was ich raus suche! “Dann pinkel ich eben in die Hose und im FuB (Förder- und Betreuungsbereich der Behindertenwerkstatt) ziehn die mich dann um!”
  • Carsten dagegen ist es völlig egal was er anziehen soll; Hauptsache warm und sauber!
  • Gefrühstückt wird nicht wirklich. Wiebkes Müsli packe ich in schöner Regelmäßigkeit ein, dass sie es in der Vesperpause im FuB essen kann. Carsten weigert sich schon seit ca. 2 Jahren und trinkt seinen Kaffee in Hockstellung im Wohnzimmer während er noch das eine oder andere Raumschiff zusammenbauen muss.
  • MamS verschwindet auf der Terrasse und raucht. Wiebke schimpft ihren Papa aus und hält ihm einen Vortrag über die Schädlichkeit des Rauchens – jeden Morgen! MamS schenkt ihr Cola in die Vesperflasche und wie jeden Morgen sagt Wiebke: “Ich brauch das nicht, wir haben selber was!” Und wie jeden Morgen stellt sie die Flasche demonstrativ auf den Tisch und (fast) jeden Morgen muss ich diese, wenn der Bus vor der Tür steht, doch noch holen und ihr nachtragen!
  • MamS zieht sich an und in letzter Zeit erzählt er, dass er nur noch 9, 8, 7, oder werweißwieviele Tage ‘das’ noch machen muss und er dann morgens einfach liegen bleiben kann. Ich sag’ ihm dann, dass er trotzdem aufstehen muss…
  • Halb acht steht der Bus vor der Tür! Halb acht sollte Wiebke ihre Schuhe anhaben. Es ist aber nicht so einfach, ihr die Schuhe anzuziehen; die Füße sind krumm und schief und die Schuhe gerade. Wir schaffen es immer, dass unser Töchting warme Füße hat. Okay, richtig warm halten auch die wärmsten gefütterten Lammfellstiefel nicht – aber wir haben ja noch keinen Winter!
  • Fünf Minuten nach halb acht stelle ich mir meinen Leib- und Magensender  (Deutschlandradio) ein und trinke endlich meine zweite Tasse Kaffee!

Aneinander vorbei reden

Fragt mich lieber nicht und macht einfach!

Manchmal richtet man an mich eine Bitte; ich soll mich zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden! Ehrlich gesagt, das fällt mir schwer. Und oft steckt dahinter wohl nur ein Bedürfnis, höflich sein zu wollen und es mir so angenehm wie möglich zu machen.

“Kaffee oder lieber Tee? Was magst du haben?” Diese Frage trifft mich immer wie ein Paukenschlag.  Zu lange darf  ich nicht zögern, sonst würde der Fragende misstrauisch werden, mehr als ohnehin schon, und das ehrliche, ungelogene und einfache: “Mir egal.” wäre unhöflich, es gibt kein Egal in dieser Frage.
“Tee.”, sage ich in der Absicht, keine Umstände machen zu wollen. – “Du kannst auch Kaffee haben.” – “Nein, Tee ist gut”, beeile ich mich zu sagen, “Ihr trinkt doch immer Tee.” – “Nein, kein Problem, ich mache jetzt Kaffee für dich.” Und da die Maschine mehrere Auswahlmöglichkeiten bietet, folgt gleich noch eine weitere Frage: “Was für einen möchtest Du denn?” Zwei treuherzige Augen schauen mich an – meine Augen würden nun zu gerne rollen. Nun geht die Maschine nicht gleich, denn man benutzt sie nie, der Stecker steckt gar nicht in der Steckdose und das ist nicht allgemein bekannt, es muss jemand zur Hilfe gerufen werden. “Ach, ihr wollt Kaffee machen? Wer trinkt denn keinen Tee?” sagt der dazugeholte und guckt mich komisch an.

- Ist das wirklich höflich? Ist das nicht demütigend? Muss ich denn dastehen wie jemand, der nicht weiß, dass er eigentlich Kaffee will? Und warum weiß ich nicht, was für einen?

Für mich ist das ein klassischer Fall von Aneinander vorbei reden!

Ein Dialog

Wiebke fängt an:

“Mama, ich möchte Gurke essen!”
“Ja, gerne, mein Schatz.Ich schneide dir eine klein.”
“Bin kein Schatz, heiße Wiiiiiiebke. – Eine reicht mir nicht, ich brauche mindestens drei.”
“-”
“Hmm, ist das gut. Wuppa – ich kann nicht mehr!” Wiebke rollt davon und schmollt..
“Komm, diese drei kleinen Stückchen schaffst du auch noch.”
Sie schmollt und guckt demonstrativ aus dem Fenster – draußen ballen sich graue Wolken zusammen. “Ich will nicht mehr!”
“Okay, dann trink wenigstens was.”
“Mineralwasser mag ich nicht!”
“Dann eben Cola…”
“Will keine Cola!”
“Was willst du dann?”
“Weiß ich nicht.”
“-”
“Ich habe Durst!”
“Was willst du trinken?”
“Weiß ich nicht!” Wiebke rollt davon, verschwindet in ihrem Zimmer. Dort singt sie ein Lied: “Ich habe Durst, Duhuhurst und will was trihihinken. Dohohohoch, meine Mama, meine Mahahama gihihibt mir nix! Jetzt muss ich verdurhurhursten!”

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