Ein Apfel am Tag

Apfel essendIch weiß gar nicht mehr, wie alt ich war, als mein Vater dies Bild geknipst hat – vielleicht acht? – jedenfalls war es noch in der alten Wohnung in einem Haus, in dem drei Generationen gewohnt haben – Großeltern/Großonkel, meine Eltern mit uns (damals fünf Kindern) und mein Onkel mit Frau und drei Töchtern.

Dort waren immer Äpfel, schon deshalb, weil mein Großonkel einen Bauernhof hatte und uns die Äpfel körbeweise in den Keller brachte. Damals wusste ich noch nicht, dass ich auf Äpfel reagiere unter anderem eine Niesattacke bekomme, die nicht von schlechten Eltern war. “Obst ist gesund!”, also musste ich essen – ob ich danach Bauchweh hatte oder nicht, das interessierte nicht! Später habe ich dann nur alte Apfelsorten gegessen, die vertrage ich nämlich.


MamS hat Äpfel geliebt. Für ihn mussten immer welche im Haus sein. Jetzt, da er nicht mehr ist, kann es sogar vorkommen, dass Äpfel bei uns faul werden. Die Junioren können sie nicht kauen und ich mag noch weniger Äpfel, weil sie mich so sehr an den geliebten Mann erinnern.

Seit dem Tod sind genau sechs Monate vergangen und ich weiß es zwar, kann es aber immer noch nicht verstehen…

Du musst

Du musst für dich sorgen
sagen die einen.

Du musst für deine Kinder stark sein
sagen andere.

Du musst weitergehen, es muss weitergehen
sagen wieder welche.

Du musst mal wieder lachen
sagen die nächsten.

Du musst ein Hobby haben und es auch pflegen
meinen liebe Mitmenschen.

Du musst mehr trinken und dich gesund ernähren
sagt mein Arzt.

Du müsstest ein bisschen mehr Zeit in Kultur investieren
wirft mir die Bibliothekarin vor.

Du musst dich um einen Freundeskreis bemühen
sagen gute Bekannte.

Aber, was ich will und was ich kann
das sagt mir niemand..

© Petra Ulbrich

mir fehlen die Worte

…fühle mich nicht in der Lage, meine Lage aufzuzeigen…


Und dann gab es auf mein Blog einen Hackerangriff (hat aber nichts mit meiner Sprachlosigkeit zu tun – ist eher eine ganz andere Baustelle) und so musste der Hoster vorsorglich die Domain sperren – ich hoffe, es funktioniert nun alles wieder – und das auf längere Zeit!

Gipswechsel der vierte und hoffentlich letzte

Oh je, wenn die öffentlichen Verkehrsmittel streiken, dann sollte man tunlichst Zuhause bleiben. Ging aber nicht. Wiebke sollte einen neuen Gips bekommen – den letzten vor der Orthese!

Wir waren pünktlich. Auf die Minute genau! Genutzt hat es uns nichts, denn gewartet haben wir für die anderen mit.

In der Ambulanz der Orthopädischen Uniklinik Heidelberg braucht man Geduld – viel Geduld, das wussten wir. Carsten und Wiebke sind erprobte ‘Warter’ und sind selten quengelig. Meine Freundin, die mitgekommen war ist auch Schlierbach-erfahren und kennt die langen Wartezeiten. Dass es aber so lange dauern würde – um 9:00 sind wir losgefahren und um kurz nach 16:00 waren wir endlich wieder daheim! – das hatten wir nicht gedacht. Alles nur für Gipswechsel und einmal Fuß röntgen…

Jetzt ist es abzusehen, wann Wiebke endlich wieder baden kann. In drei Wochen!


“Wie geht es dir?” Ich werde es desöfteren gefragt und antworte meistens, dass ich es selber nicht weiß. Eins weiß ich jedoch ganz genau – ich halte mich aus und ich hoffe, andere auch!

Einladung zu Spätzle mit Soß

Komm setz dich zu mir
ich reich dir den Löffel
tunk ihn ein

und lass es dir schmecken!

 

© Petra Ulbrich


Mit einer Familie Mittagessen, deren Vater und Mann gestorben ist – auch an Herzinfarkt und sehr plötzlich – ist eine tröstliche Erfahrung, die wir heute gemacht haben. Geteiltes Leid, ist halbes Leid und geteilte Freude verdoppelt sich…

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