Tag Archiv: Gedanken

Meine Nägel haben Köpfe

So! Erst mal durchschnaufen, ganz sachte ein- und wieder ausatmen, ohne Stress, nicht hyperventilieren, einatmen und ausatmen, als wäre es das Natürlichste auf der Welt. Es ist ja auch ganz natürlich – würden wir nicht atmen, müssten wir sterben.

Ab Montag geht es los! Ab Montag fahre ich jeden Morgen nach Mannheim, jeden Morgen zur Behandlung meines FMS zum Dr. Weiss. Ihr seht, ich habe mich mit der Krankheit arrangiert und nehme auch schon den allgemeinen Sprachgebrauch der Betroffenen und Behandler an.

MamS meint dazu: „Na, dann wollen wir mal hoffen!“ Mehr sagt er nicht, nur, dass ich die Termine so legen soll, dass ich am Nachmittag rechtzeitig Zuhause bin. Morgens, so meint er, würde er das alleine schaffen. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Aber er beweisst jeden Morgen, dass er das kann. Er ist halt der weltbeste Vater für seine behinderten Kinder.

Was brauche ich?
Handtuch, bequeme Hose, Turnschuhe, etc., ich brauche das, was ich auch für ein Sportstudio gebrauchen würde. Ne Jogginghose werde ich mir noch kaufen, die kann ich dann auch für die Kurzeit gut gebrauchen.

Ein bisschen habe ich Bammel – weil ich nicht genau weiß, was auf mich zukommt und wer mich da erwartet. Ich bin etwas menschenscheu. Natürlich beißt mich niemand und der Kopf bleibt auch oben, aber…

Kuddelmuddel bleibe da, wo du bist. Bei mir ist jetzt kein Platz für Durcheinander!

Schon wieder so was

Carsten kann es nicht fassen und fordert von uns eine Erklärung!
Anschlag auf Schule in Toulouse

Ich kann ihm keine geben – ich bin selber zu erschüttert. In meinem Kopf rennen die Gedanken im Kreis herum: Was ist, wenn ein Verrückter sich hier in meiner Gegend vor die Beschützende Werkstatt stellt und losballert? All das, weil ihn behinderte Menschen stören; sein Weltbild stören und er sie abgrundtief hasst. So wie wahrscheinlich der französische Täter (ein Serienkiller?) Juden, Schwarze und andere Menschen hasst, die – so vermute ich – seiner Meinung nach, nicht lebenswürdig sind.

Wie soll ich meinen Kindern erklären, dass Attentäter kranke Menschen sind, deren Beweggründe ich nicht nachvollziehen kann. Ich kann es nicht! Könnt ihr es?

Endlich Frühling

– und trotzdem müde?

Sehnsüchtig haben wir doch alle auf die ersten sonnigen Tage gewartet. Das Gefühl warmer Sonnenstrahlen auf der Haut, nach den kalten grauen Wintertagen ist unvergleichlich schön.

Seid ihr Menschen, die an den ersten sonnigen Tagen in Aktionismus verfallen. Oder fühlt ihr euch abgespannt und nervös? Trotz des schönen Wetters und der tollen Sonne!

Es gibt eine ganz einfache Erklärung für die Frühjahrsmüdigkeit: Der Körper, der auf Sparflamme war, ist mit Beginn des Frühlings großen Anstrengungen ausgesetzt. Kälte und Wärme wechseln häufig, mehr Sonnenlicht und die gleichzeitigen Wetterschwankungen können sich negativ auf den Körper und das psychische Gleichgewicht auswirken.

Tja, was können wir dagegen tun?
Guckt mal in euren Kleiderschrank und holt die hellen, frischen Farben raus – ist gut für die Stimmung! Ein Spaziergang und Sport im Freien hilft dem müden Organismus auf die Sprünge und bringt Schwung. Freut euch am Vogelzwitschern, oder macht’s wie die nette Nachbarin von gegenüber und setzt euch aufs Rad und radelt eine Runde. Muss ja nicht gleich in der Po-Ebene sein) – dahin wollen sie nämlich über Ostern. Frust, schlechte Laune und Stress bauen sich automatisch ab, denn ihr denkt nur noch an die leckere Apfelschorle im nächsten Gasthaus!

Oder macht in der Mittagspause einen Straßencafébesuch, quatsch mit dem netten Mann vom Nachbartisch. Flirtet ein bisschen mit ihm, euer Mann Zuhause braucht’s ja nicht zu wissen. Nach einer Plauderei mit einem guten Cappuccino fällt das Arbeiten anschließend wieder leichter.

Morgens kalt duschen vertreibt auch die Müdigkeit. Brrrr, mein Ding ist das nicht – sag ich ganz ehrlich. Aber wer’s mag, mag’s mögen!

Lieber esst was Leichtes. Viel Obst und Säfte, Joghurt, Quark, Buttermilch oder auch Müsli. – Gut, das Obst lasse ich weg, aber zum Glück gibt es sämtliche Milchprodukte auch laktosefrei. Dazu trinke ich dann Wasser oder Pfefferminztee. Gerade habe ich Nanaminze entdeckt, ist nicht so streng wie Pfefferminze und schmeckt toll! Minze ist sowieso ein Muntermacher! Als Aromaöl in der Duftlampe, in Cocktails, zum Verfeinern von Gerichten oder…

…ihr werdet es herausfinden!

Jeder Mensch ist ein Künstler

sagt Joseph Beuys

Lass Dich fallen,
lerne Schlangen zu beobachten,
pflanze unmögliche Gärten,
lade jemand Gefährlichen zum Tee ein,
mache kleine Zeichen, die ‚Ja’ sagen und verteile sie überall
in Deinem Haus.
Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit,
freue Dich auf Träume.
Weine bei Kinofilmen,
schaukle so hoch Du kannst
mit einer Schaukel bei Mondlicht.
Pflege verschiedene Stimmungen,
verweigere ‚verantwortliche’ zu sein,
tu es aus Liebe.
Glaube an Zauberei, lache eine Menge, bade im Mondlicht.
Träume wilde, phantasievolle Träume.
Zeichne auf die Wände, lies jeden Tag.
Stell Dir vor, Du wärst verzaubert,
kichere mit Kindern.
Höre alten Leuten zu, freue Dich, tauche ein, sei frei.
Preise Dich selbst, lass die Angst fallen, spiele mit allem.
Unterhalte das Kind in Dir, Du bist unschuldig,
baue eine Burg aus Decken,
werde nass,
umarme Bäume,
schreibe Liebesbriefe.

© 2012 piri ulbrich | 440 Tage Kuddelmuddel voller worte Mit schon 797 Beiträgen. | Manchmal mischt sich hier Fiktion mit Wirklichkeit.