Tag Archiv: Gedicht

Flecken auf meiner Seele

Hektische Flecken auf meiner Seele
Kann sie nicht fortwischen
Sind eingebrannt
Wie ein Tattoo
Kann nur versuchen
Sie so zu gestalten
Dass etwas Schönes draus wird

© Petra Ulbrich

Sonnabendabend

Ganz viele Sternen leuchten mich ins Wochenende:

Stetig rücken alle Sterne

Sterne, die im Baum zur Nacht erschienen,
Rücken sich für Augenblicke aus der Ferne,
Wie die Blicke, die aus Deinen Mienen
Mir aus Deinem Blut entgegenblitzen,
Die, wie reifer Äpfel schwarze Kerne,
Mir im tiefen süßen Fleische sitzen.

Stetig rücken alle Sterne fort, die runden.
Wo sie eben an des Blattes Rand, wie Feuerlunten,
Hoch im Baum noch hell im Blicke schweben,
Seh ich mich, von Dunkelheit umgeben;
Schließ ich nur die Augen für Sekunden,
Ist der Stern schon in dem Baum verschwunden.
Nie kann Lust allein dem Aug’ ankleben.
Habe mich oft einsamer gefunden
Wie ein Mönch in seiner Klosterkammer.
Ach, es kleiden sich genau die Stunden
Blau in Lust und grau in Jammer.

Max Dauthendey

Zwiegespräch

Kopf und Herz: Kopf fängt an!

Was ist mit dir los?
Keine Ahnung.
Ein Tief?
Ja, vielleicht. Einfach traurig, irgendwie.
Hm…
Allein…

Du…
Ja?
Weißt du was ich denke?
Hm?
Du weißt es also?

-  Ich will’s aber nicht hören!

Augeneis

Das Auge sieht ein grünes Reis.
Das alte Lied,
Ganz neu und leis’.
Die Nacht entflieht.
Es bricht das Eis.

Willi Fährmann

© 2012 piri ulbrich | 440 Tage Kuddelmuddel voller worte Mit schon 797 Beiträgen. | Manchmal mischt sich hier Fiktion mit Wirklichkeit.