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Posts Tagged ‘Hausarbeit’

… ich erlaube mir heute Launen!


Nachtrag einige Stunden später: Die Aushilfsputzfrau hat sie schon zu spüren bekommen! Vor lauter Wut schreie ich — gründlich putzen ist was anderes. Staubige Fensterrahmen und hinter den niedrigen Heizkörpern ist auch nicht geputzt, da tummeln sich die Leichen (Fliegen und sonstiges Kleingetier). Wenn ich weiter gucke, krieg’ noch die große Krise.

Woher kommt eigentlich die Redewendung „schmutzige Wäsche waschen“?

Eine Erklärung ist wahrscheinlich diese: Im 17.Jh. wurde die Wäsche unter freiem Himmel an gemeinsamen Waschplätzen gewaschen. Bei dieser Knochenarbeit war reichlich Zeit zur Unterhaltung. Dabei wurden dann natürlich auch verräterische Flecken in den Laken gerne besprochen und alle Facetten mit dem klatschen der Wäsche auf die Steine auch ausführlich „beklatsch“. Welches Mädchen hat zum ersten Mal seine Regel? Wer ist schwanger? Von wem? Wer mit wem? Wer geht fremd? Die Inhalte von Klatsch und Tratsch sind über die Jahrhunderte gleich geblieben. Es geht um die soziale Kontrolle, das erörtern gemeinsamer Verhaltensregeln und um die schiere Freude am Waschen schmutziger Wäsche.

… doch bestimmt gibt es noch die eine oder andere Erklärung!?

  • Krümel (wir haben keine Hühner, man sieht es)
  • Fichtennadeln (und doch wird es nie ein Fichtennadelbad)
  • Staubtierchen und Flusselwesen (damit spielen ist nicht drin)
  • Bonbonpapier (auch Junioren finden manchmal den Papierkorb nicht)
  • Kaffeesatz (zum draus lesen ist er zu verstreut. MamS ist unser Kleckerkönig)
  • Reifenspuren (einige mit mehr Profil als andere. Das sagt mir, dass Wiebkes Pneus abgefahren sind. Und es sagt mir noch, dass mein großes Auto endlich Sommerreifen bekommen sollte.)
  • gelbe Forsythienblüten (abgefallen vom Strauch und keiner fühlt sich zuständig, sie weg zu fegen)
  • Keksüberbleibsel und Schokokrimskram

Nachtrag um viertel nach neun: Im Souterrain ist alles rein und sauber! Jetzt wecke ich die Junioren (die haben heute frei) und dann gehn wir in die Stadt bummeln …

Ich bin nur Hausfrau und habe trotzdem kaum Zeit. Das bisschen Haushalt könnte ich doch mit links schaffen — mache ich auch als Linkshänderin — Kochen bräuchte ich auch nicht. Carsten isst ja bekanntlich nichts und wird mit der Sonde ernährt, Wiebke darf mittags in der Werkstatt essen und MamS könnte doch in die Kantine gehen … und ich? Brauche ich nichts? Momentan mag ich wegen meiner Bauchschmerzen nichts essen, aber wenigsten ein Stündchen zusammen am Esstisch sitzen und klönen, das will ich mit meinem Mann.

Bisschen Matsch schadet nicht und wenn die Rollis leichten Dreck mit rein bringen, dann feudel ich halt schnell mal den Eingang durch. “Halt, Vorsicht nicht da durch krabbeln. Das ist doch noch nass!” Oder Wiebke fährt zum ausziehen ins Wohnzimmer auf den Teppich und lässt ihre Reifen dort abtropfen. Nur schade, dass man diesen Teppich nicht waschen kann.

Apropos Wäsche: wenn Carsten jede zweite Nacht ohne Windeln schläft könnt ihr euch bestimmt vorstellen, dass das Bett nicht unbedingt trocken bleibt. Behinderungsbedingt kann es gar nicht trocken bleiben. Und so wasche ich g’schwind Bettbezug, Bettdecke, Laken, Kopfkissen und Nachtwäsche. Das ist ganz praktisch, denn andere Wäsche fällt auch genug an. Da ein Pullover und da eine Hose, weil’s Töchterchen es nicht mehr rechtzeitig aufs Klo geschafft hat. Wie haben das unsere Mütter nur ohne Trockner ausgehalten? Das Ding möchte ich nicht mehr missen — einmal umfüllen und dann nur noch zusammenlegen.

Ab und zu ein paar Hemden bügeln. Ich rate euch bloß nicht zu lange damit zu warten, denn mit der Zeit werden auch aus feinen Männerhemden große unbezwingbare Berge und diese zu bezwingen kostet ‘ne Menge Überwindung!

“Mama, ich muss heute Abend unbedingt zum Treff!” Mist, gerade heute fährt der Fahrdienst nicht. ” Frau piri, wir haben keine Wechselwäsche mehr und Carsten ist leider ein Malleur passiert. Könnten Sie bitte welche vorbei bringen?” Na klar doch, mache ich doch gerne. Fahre ich schnell mal kurz in die andere Richtung und komme zu spät zu meinem Termin.

Als ich wieder in unsere Straße einbiege sehe ich gerade noch den Schornsteinfeger davon fahren und ahne, dass er mir einen Zettel an die Tür geklebt hat. Er kommt morgen zwischen 8:00 und 12:00 — schön, was fange ich an in der Zeit. Eigentlich wollte ich da meinen Großeinkauf starten. Aber als Hausfrau hat man ja Zuhause zu sein.

Kaffee habe ich heute morgen vergessen zu besorgen. Nicht für mich, ich vertrage ihn grade sowieso nicht, aber mein Mann freut sich wenn er nach Hause kommt, auf eine gute Tasse Kaffee. Mit Tee, den ich pfundweise gekauft habe, kann ich ihn aus dem Haus jagen — und das will ich nicht. Ihr ahnt sicherlich schon, was ich jetzt gleich mache.

Bis dann …

Unsere Treppe vor dem Haus ist im Winter nicht meine Lieblingstreppe:
schneetreppe

Sie ist aus Holz und ziemlich rutschig außerhalb der Gummimatten. Heute Nachmittag kommt die Leselehrein von Carsten, sie ist gehbehindert und muss sich am Geländer festhalten. Deswegen bin ich dabei eine eisfreie Zone zu schaffen. Leichter geschrieben, als tatsächlich getan. Mangels Streusalz, habe ich einfach Spülmaschinensalz auf die Stufen verteilt und nach und nach schmilzt die Herrlichkeit dahin. Jetzt werde ich nur noch auf den Gehweg den Schnee fegen, dann darf das Lernen beginnen!

… und das nicht nur draußen — unsere Heizung spinnt. Beim Heizungsbauer habe ich nur den Anrufbeantworter erwischt und nun hoffe ich sehr, dass eine Person aus Leib und mit Seele, das Telefondingens abhört und uns eine warme Bude zaubert!


Nachtrag um 19:00Uhr: Es wird wieder warm und der Monteur hat ganze Arbeit geleistet. Ein Ventil ausgetauscht und am Steuerungsgerät irgendwas geändert. Carsten hat mit Decke gekuschelt und Wiebke hat sich einfach ins Bett gelegt …

… da die ersten Kekse, Plätzchen, Gutsle, Naschwaren schon am nächsten Tag verschwunden waren, habe ich heute frei genommen und den Nachmittag aus eigenem Antrieb in der Küche verbracht und habe gebacken. Ganz viel!

    5 verschiedene Sorten:

  • Mokkaecken
  • Fruchtschnitten
  • Ausstechele
  • Kokosmakronen
  • Schwarzweißgebäck — das mache ich nie wieder, das ist viel zu viel G’schäft

Nebenbei habe ich eine fabelhafte Gemüsesuppe gezaubert — hat allen gut geschmeckt. Carsten hat zwar nichts gegessen, schnüffelte und sagte, dass sie gut riecht. Jetzt bin ich g’schafft und legt mich gleich mit einem guten Buch ins Bett.