Gefühle

Ich bin eine Art Brache, auf der, ich weiß nicht was gedeiht!

Ich war im Garten und da ist mir dieser Spruch eingefallen. Hinter der Hecke ist so eine Brache, auf der irgendwas spriest – doch was?

Was mache ich? Funktionieren! Aber was kommt dabei raus? Was gedeiht?

Okay, es ist erst Frühling und alles ganz am Anfang.

Ein ganz normaler Morgen

Stichworte

  • MamS (Mann an meiner Seite) steht sofort auf, sobald der Wecker auch nur einen Ton von sich gegeben hat. Es ist 7 Minuten vor 6 Uhr!
  • Ich selber höre die Dudelmusik zwar, dreh mich aber noch mal um und döse noch ein Weilchen, höre die Anstöße im Radio, danach die Nachrichten und noch ein bisschen Musik über die ich mich regelmäßig aufrege, weil sie so blöd ist.
  • Viertel nach sechs bin ich so weit, dass ich schnell ein paar gymnastische Übungen im Bett mache um in die Gänge zu kommen. Dann aber hopp, raus, rein in die Klamotten, ein Lied auf den Lippen und rauf (wir schlafen im Souterrain) Kaffee trinken.
  • Um halb sieben werden die Junioren geweckt. Na ja, eigentlich nicht geweckt, denn sie sind schon wach, mögen nur nicht aufstehen.
  • Wiebke singt fröhliche Wuppalieder und Carsten dreht, sobald Strom da ist, sein Radio auf volle Lautstärke! Herrlich aus 2 Richtungen höre ich Gedröhne! Meine Lieder kann ich vergessen!
  • Jeden Morgen badet bei uns einer der Junioren. Jeden zweiten Morgen wasche ich Carstens Bett, weil der Kerle ohne Windeln schläft. Jeden Morgen gibt es ein kleines Theaterstück, das inzwischen Bühnenreif ist. “Ich will nicht baden!” Ich will nicht Haare waschen!” Ich will nicht rasiert werden!” Ich will nicht Haare föhnen!”
  • Die Klamotten, die ich für Wiebke herausgesucht habe, sind natürlich nicht die richtigen. Mein Argument doch am Abend vorher gemeinsam zu schauen wird zerschlagen, weil sie abends ja gar keine Zeit mehr dazu hat. – So muss sie, wohl oder übel, das anziehen, was ich raus suche! “Dann pinkel ich eben in die Hose und im FuB (Förder- und Betreuungsbereich der Behindertenwerkstatt) ziehn die mich dann um!”
  • Carsten dagegen ist es völlig egal was er anziehen soll; Hauptsache warm und sauber!
  • Gefrühstückt wird nicht wirklich. Wiebkes Müsli packe ich in schöner Regelmäßigkeit ein, dass sie es in der Vesperpause im FuB essen kann. Carsten weigert sich schon seit ca. 2 Jahren und trinkt seinen Kaffee in Hockstellung im Wohnzimmer während er noch das eine oder andere Raumschiff zusammenbauen muss.
  • MamS verschwindet auf der Terrasse und raucht. Wiebke schimpft ihren Papa aus und hält ihm einen Vortrag über die Schädlichkeit des Rauchens – jeden Morgen! MamS schenkt ihr Cola in die Vesperflasche und wie jeden Morgen sagt Wiebke: “Ich brauch das nicht, wir haben selber was!” Und wie jeden Morgen stellt sie die Flasche demonstrativ auf den Tisch und (fast) jeden Morgen muss ich diese, wenn der Bus vor der Tür steht, doch noch holen und ihr nachtragen!
  • MamS zieht sich an und in letzter Zeit erzählt er, dass er nur noch 9, 8, 7, oder werweißwieviele Tage ‘das’ noch machen muss und er dann morgens einfach liegen bleiben kann. Ich sag’ ihm dann, dass er trotzdem aufstehen muss…
  • Halb acht steht der Bus vor der Tür! Halb acht sollte Wiebke ihre Schuhe anhaben. Es ist aber nicht so einfach, ihr die Schuhe anzuziehen; die Füße sind krumm und schief und die Schuhe gerade. Wir schaffen es immer, dass unser Töchting warme Füße hat. Okay, richtig warm halten auch die wärmsten gefütterten Lammfellstiefel nicht – aber wir haben ja noch keinen Winter!
  • Fünf Minuten nach halb acht stelle ich mir meinen Leib- und Magensender  (Deutschlandradio) ein und trinke endlich meine zweite Tasse Kaffee!

Guten Morgen

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Es regnet nicht, und der Himmel wechselt von bewölkt zu leicht bewölkt! Heute ist Siebenschläfer, da kann ich doch erwarten, dass tagsüber meine neuen Tibetanischen Gebetsfahnen trocken bleiben.

Gestern habe ich sie endlich aufgespannt. MamS, als er nach Hause kam, verdrehte seine Augen – denn er mag dieses ‘Gedöns’ nicht – er sagte: “Hoffentlich fallen sie bald ab.” Ich hoffe; sie flattern uns noch lange im Wind. Jedesmal wenn ich sie sehe, kehrt eine innere Stille bei mir ein und ich komme zur Ruhe. Jetzt möchte ich noch bunte Blumen pflanzen, dann kann der Sommer kommen…

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