Tag Archiv: Lesen

Lieblingsleseplatz

Mein Lieblingsleseplatz im Freien:


Rana, Anna-Lena und April haben ihn schon gezeigt — ihren Lieblingsleseplatz. Das ist nun jetzt meiner; ich komme bloß so selten auf die Liege!

Das Buch, das zu sehen ist, habe ich ganz frisch angefangen — es ist toll. Toll, ist aber nun keine Beschreibung; es ist beklemmend, sehr schön (und damit meine ich wirklich schön) geschrieben und gibt ein gutes Bild dieser Frau ab.


Kurzbeschreibung

Es war einmal ein Land voller Wunder
… und eines dieser Wunder wurde einem armen Mädchen zuteil: Als Bahar eines Morgens aus dem Haus ihrer Eltern im Teheraner Judenviertel auf die Straße tritt, zwingt sie den Fahrer einer dunklen Limousine zu einer Vollbremsung. Hinter getönten Scheiben sitzt Omid, der Sohn eines steinreichen iranischen Juden. Er sieht Bahar und erkennt in dem armen, unbedachten Mädchen seine zukünftige Frau.
Die Ehe wird für Bahar zum Albtraum. Omids Eltern schneiden sie, und in den höheren Kreisen, in denen Omid sich bewegt, schlägt Bahar blanke Verachtung entgegen. Aber die schlimmste Demütigung ist Omids Geliebte: eine bildhübsche Muslimin, mit der er sich immer wieder auch in der Öffentlichkeit zeigt.
Bei aller Verzweiflung wird Bahar schwanger und bringt ihre Tochter Yaas zur Welt derweil spürt sie, wie das Leben in Teheran am Vorabend der Islamischen Revolution mehr und mehr einem Tanz auf dem Vulkan gleicht.
Als die Familie endgültig zu zerbrechen droht, fahren Omid und Bahar mit Yaas ans Kaspische Meer: ein letzter Versuch zueinanderzufinden. Doch dann reißt ein Abgrund auf, in dem das ganze Land zu versinken droht.
Regen am Kaspischen Meer erzählt eine Geschichte aus der Wiege der Zivilisation eine Geschichte von Hass, Gewalt und einer tapferen Kinderseele, die den Leser ins geschundene Herz eines Landes führt, für dessen Verständnis die Literatur der letzte und einzige Schlüssel ist.

… und mein Lieblingsleseplatz im Haus, ist im Bett!

Lesen kann ich überall

Lesen kann ich überall. Am liebsten aber immer noch im Bett oder in der Badewanne, jedenfalls im Liegen. Meine Eltern haben mir nicht vorgelesen, so musste ich selber ran. Auch schon deswegen, weil ich unbedingt ein Fahrrad haben wollte.

Es hieß nämlich, wenn ich ein Buch zu Ende gelesen hätte, dieses dann auch noch erzählen und eine Geschichte vorlesen könnte, würde ich ein eigenes Fahrrad bekommen.

Das war natürlich ein großer Anreiz. Ich, die nur Buchstabe an Buchstabe reihen konnte, kein Vorbild hatte, das auch las, wurde zur verbissenen Leseratte. Mühselig eroberte ich mir die Wörter, formte sie zu Worten und brachte diese zu ganzen Sätzen zusammen. Viel Schweiß hat es mich gekostet, wütend war ich, wenn es hieß: “Jetzt mach aber mal das Licht aus, deine Geschwister wollen schlafen.” Wollte ich doch beweisen, dass ich schon groß bin und lesen konnte.

2 Wochen später (so genau weiß ich das aber nicht mehr) habe ich meiner Oma vorgelesen. Ohne holpern, fehlerfrei und stolz wie ein Pfau –  sie ahnte wohl, dass ich diese Passage auswendig gelernt vortrug, lobte mich aber trotzdem sehr. Zu Mittag gab es mein Leib- und Magengericht: Milchreis, und am Abend zeigte mir mein Vater das Rad.

Was war ich enttäuscht. Hatte ich doch in Gedanken an ein wunderschönes hellblaues Kinderrad gedacht, eins mit Stützrädern und Wimpel an der Seite!  Dieses Rad, das mein Vati mir da präsentierte, war groß, schwarz, leicht rostig, mit einer Lenkstange, die aussah wie ein Ochsengehörn und mit platten Reifen. Mühsam unterdrückte ich die Tränen. Aber, wo kein Geld ist, kann kein neues Fahrrad sein. Eine 7jährige sieht das nur nicht ein.

Dieses Monstrum hat mein Vater dann aber hergerichtet. Geputzt, geölt, den Sattel tiefer gelegt mit neuen Pedalen versehen, hat mir das alte Ding lange Zeit gute Dienste geleistet. Die anderen Kinder bei uns auf dem Hof waren neidisch auf mich. Denn sonst hatte nur noch der *große* Junge von nebenan ein eigenes Zweirad!


…und heute fahre ich gar nicht mehr gerne Fahrrad!


© 2012 piri ulbrich | 344 Tage Kuddelmuddel voller worte . | Mit schon 675 Beiträgen. | Manchmal mischt sich hier Fiktion mit Wirklichkeit.