Tag Archiv: piri

Ohne Überschrift

“Schlaf dich mal richtig aus!” Ich könnte der wohlmeinenden Ratgeberin an die Gurgel gehen. Ich schlafe 10 Stunden und wache morgens mit steifen Gliedern; Klüsen, wie Bullaugen, Gelenkschmerzen und Matsch im Kopf auf…

Ich wünsche mir einen persönlichen Butler, möchte aber lieber doch endlich einmal wieder »normal« zu sein.


Welche Art Patienten (hier eigentlich Blogschreiber) sind besser? Diejenigen, die sich zurückziehen und im stillen Kämmerchen leiden und gesund werden, oder diejenigen, die raus gehen und ihr Leid in alle Welt posaunen?

Wege gehen

Aus ganz vielen Steinen, die im Weg liegen, kann man einen Weg bauen. Ich werde erst einmal die Steine sortieren – nach Größe – und dann bei den kleinsten anfangen zu pflastern …

Wenn viele Steine auf einem Haufen liegen
siehst du zuerst nur viele Steine.

Wenn viele Steine auf einem Haufen liegen
siehst du keine neuen Wege.

Wenn viele Steine auf einem Haufen liegen
siehst du keine Skulpturen
in denen die Wahrhaftigkeit unserer Worte steckt.

Wenn viele Steine auf einem Haufen liegen
siehst du nicht den einen Stein,
der dich Wegmännchen bauen lässt.

Wenn viele Steine auf einem Haufen liegen
setz einen Stein hier hin, einen anderer hier
- der Weg ist fertig und führt dich zu dir.

Schubs

Schub, ich bin dann mal unterwegs!

nicht nur blockiert

Da habe ich mich hingesetzt, um einen Rock für mich zu nähen – so ganz ohne Schnitt und einfach easy. Dachte ich!
Nebenbei ist mir eingefallen, das Gästebett abzuziehen und zu waschen.
Dann habe ich das Gästebad angeguckt und gemeint, ich könnte es g’schwind putzen.
Handtücher in die Waschküche …
Dort lag Bügelwäsche …
… und Carstens Bett (er hat diese Nacht ohne Windel geschlafen) musste auch in die Waschmaschine.
Aber dann, ran an die Nähmaschine …
Denkste!
Wiebke ruft nach mir, sie möchte Kakao!
Die Wäsche ist fertig!
Bettbezüge aufhängen.
Matratzenschoner und Bettdecke in den Trockner.
Halt – das Kissen nicht vergessen.
Wiebke hat in die Hose gepinkelt – aber nur ein ganz klein wenig – trotzdem umziehen.
Dunkle Wäsche waschen, darunter auch die Pisshose.
Ich hole mir mein Buch, das mit der Giraffe:

Der Hals der Giraffe

Anpassung ist alles, weiß Inge Lohmark. Schließlich unterrichtet sie seit mehr als dreißig Jahren Biologie. Daß ihre Schule in vier Jahren geschlossen werden soll, ist nicht zu ändern – in der schrumpfenden Kreisstadt im vorpommerschen Hinterland fehlt es an Kindern. Lohmarks Mann, der zu DDR-Zeiten Kühe besamt hat, züchtet nun Strauße, ihre Tochter Claudia ist vor Jahren in die USA gegangen und hat nicht vor, Kinder in die Welt zu setzen. Alle verweigern sich dem Lauf der Natur, den Inge Lohmark tagtäglich im Unterricht beschwört. Als sie Gefühle für eine Schülerin der 9. Klasse entwickelt, die über die übliche Haßliebe für die Jugend hinausgehen, gerät ihr biologistisches Weltbild ins Wanken. Mit immer absonderlicheren Einfällen versucht sie zu retten, was nicht mehr zu retten ist.

…sehr empfehlenswert!

Carsten nöckelt, aber MamS kümmert sich um den Zornbolzen.
Wiebke ist ganz fürsorglich und will ihn trösten – er ignoriert sie und sie ist untröstlich beleidigt.

Ich stelle die Nähmaschine wieder ins Eck!

… Montag wird genäht, dann sind alle wieder unterwegs (die Ferien sind vorbei) – die Junioren im Förder- und Betreuungsbereich und MamS im Büro.

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Außerdem ist mir furchtbar kalt – ich friere und mein Nacken schreit: KAKAO

Dieses Jahr

Ja! Ich sage ja zu diesem Jahr. Schon deswegen, weil ich Geburtstag habe – endlich mal wieder. Ihr könnt euch gar nicht denken, wie sehr ich mich auf meine richtigen Geburtstage freue. Als Kind war ich traurig, wenn der Februar zu Ende ging. Schon wieder kein Geburtstag und meistens auch keine Feier.

Der 29. Februar ist ein seltener Tag – und übrigens auch der Welttag der seltenen Krankheiten!

Klugscheißermodus an: 2012 ist wieder ein Schaltjahr. Ohne diesen Zusatztag würde der Kalender nicht mehr perfekt funktionieren. Bei Schaltjahren wird in den Kalender ein zusätzlicher Tag eingefügt: der 29. Februar. Damit hat ein Schaltjahr nicht 365, sondern 366 Tage. Wie oft es Schaltjahre gibt, richtet sich nach festen Regeln: Alle glatt durch vier teilbaren Jahre und durch 400 teilbare Jahre sind Schaltjahre. Aber: Glatt durch 100 teilbare Jahre sind keine Schaltjahre.

Schuld an Schaltjahren sind unrunde Zahlen. Für einen Kalender gibt es natürliche Zeitmaße: Das Jahr als die Umlaufzeit der Erde um die Sonne, den Monat als die Umlaufzeit des Mondes um die Erde. Dazu den Tag, der durch die tägliche Sonnenbahn festgelegt wird.

Das große Problem ist, dass alle diese Zahlen nicht rund sind. Das Jahr hat im Mittel 365,2422 Tage, zwischen zwei Neumonden liegen 29,5306 Tage. Regelungen für Schaltjahre können diese komplizierte Zahlenverhältnisse aber korrigieren.

Martin Suter, ein von mir sehr geschätzter  Schriftsteller wurde 8 Jahre vor mir geboren. Und eine irische Malerin – Emer Martin – deren Bilder ich fantastisch finde, durfte an diesem besonderen Tag zum ersten Mal schreien.

Ich selber muss wohl sehr kräftig geschrien haben.  Meine Oma hat mir erzählt, dass ich ein sehr lautes Baby war. Und dann wurde mir gesagt, dass ich es nur einmal im Leben eilig gehabt hätte – an meinem Geburtstag – dem möchte ich aber vehement widersprechen. Meine Mutter meinte damit wohl, dass ich gut und gerne noch 2 Wochen bei ihr wohnen hätte können. Als Kind hat mich diese Aussage sehr gekränkt, heute nehme ich sie hin und denke mir mein Teil, denn ich bin meistens überpünktlich – das können manche meiner Bekannten leidvoll bestätigen.

…übrigens: Wer am 29.2 geboren wurde, ist meistens ein kreativer Mensch – ich zähle mich mit Stolz dazu!

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© 2012 piri ulbrich | 344 Tage Kuddelmuddel voller worte . | Mit schon 675 Beiträgen. | Manchmal mischt sich hier Fiktion mit Wirklichkeit.