Der Name Wiebke für unsere Tochter ist genau der richtige. Kommt Wiebke mit ie doch von Wigburg und das heißt: die Unbezwingbare. Unbezwingbar ist unsere Tochter, stur wie ein Panzer und wenn sie sich was in den Kopf gesetzt hat, dann muss das geschehen — komme, was wolle! Wig heißt auch Kampf und kämpfen kann sie wirklich.
Schon nach ihrer Geburt hat sie sich tapfer geschlagen. Viel zu klein und sehr zart ist sie in die Kinderklinik gekommen, dort hat sie erst einmal einen Sondenschlauch in die Nase bekommen, weil ich Schluckreflex noch nicht richtig ausgebildet war. Puppenkleidung hatte sie an, ansonsten war sie körperlich gesund (nicht wie bei Carsten, der zusätzlich noch einige Missbildungen äußerlich und innerlich hatte und noch hat).
Bei Wiebke hieß es aber nicht, dass sie ein bestimmtes Gewicht haben musste, um nach Hause zu kommen — sie sollte nur stabil sein und selber trinken können. Das konnte sie dann ziemlich bald und so hatten wir zwei Kinder Zuhause, die beide behindert waren. Wiebkes geistige Behinderung konnten die Ärzte am Sonnenuntergangsphänomen festmachen und daran, dass sie einen winzigen Kopf hatte.
Carsten ging damals in einen Sonderpädagogischen Kindergarten (dazu schreibe ich noch mal was), daran war Frühförderung angeschlossen, so konnte Wiebke mit 8 Wochen anfangen spielerisch die Welt zu erkunden …




Januar 27th, 2010 at 10:52
Liebe Petra, ich habe alle Berichte gelesen und bin erschüttert, wie viel Kummer und Leid ihr hattet, wieviel Stärke ihr aufgebracht habt und wieviel Freude und Liebe ihr trotzdem mit Euren Kindern erleben könnt. Als nicht Betroffene kann man so leicht lesen, ist zwar tief berührt, kann ein wenig mitempfinden, sich das aber wirklich vorstellen, fühlen können, – es muss furchtbar gewesen sein und daraus ist vielleicht auch die Kraft gekommen, zu kämpfen, durchzuhalten. und Du erzählst die Erinnerung auf ganz wunderbare Weise!
GZis letzter Beitrag: “Herbstbild” und Winterfotos mit Sonne und gleißendem Eis
Januar 27th, 2010 at 13:27
@GZi: Danke für das Lob, dieses Danke gehört auch Maria aus der Schweiz. Ich schreibe nur so, wie ich es grade denke! Diese Erinnerungen möchte ich mir bewahren, denn sie haben ja ein Großteil meines Lebens geprägt.
Ich möchte nicht mehr daran denken, was gewesen wäre, wenn ich diese zauberhaften Kinder nicht bekommen hätte. Möglicherweise wäre ich jetzt irgendwo in einem Studio, fotografierend oder sprechend oder ich würde ganz was anders tun …
Januar 27th, 2010 at 20:13
Manche Kids haben Glück und bekommen Eltern, wie ihr es seid – aber eben nur manche. Was du schreibst rührt mich und lässt leise ahnen was dein Schicksal dir geschenkt hat.
Weiter gute Besserung und *Daumendrück* dass du bald wieder walken darfst