Wer diesen Satz gesagt hat – Tucholsky war es nicht –, weiß ich nicht. Es ist aber auch egal! Ich bin nicht dicht, aber auch nicht nach allen Seiten offen. Über meinen Tellerrand möchte ich schauen – mag sein, nur in eine Richtung, aber immerhin.
Aber ich möchte noch mehr, als nur drüber schauen. Zu gerne würde ich rausklettern und in die Welt gehen. Es wäre so schön, ich könnte es! Da sind wieder die Umstände, ich kann leider nicht so, wie ich will. Deswegen erfülle ich mir kleine Dinge und einen: Siebservierer
Siebservierer – die simple Kombination aus Sieb, Schüssel und Deckel gibt Anlass für die Erfindung ( nicht Schöpfung!) eines neuen Wortes. Das Sieb serviert statt sieben mal sieben ganz feinen Sand zu sieben. Patentiertes Wort – Eigentum, das nicht verpflichtet, sondern Rechte sichert. Sprachbenutzer gebrauchen Worte wie Teile eines Baukastens. Sie setzen sie zusammen, verbinden, trennen. Sie tun mit der Sprache alles, um auszudrücken, um ihr den letzten Tropfen Leben zu entreißen. Sprachbenutzer beschmutzen die Sprache. Sprachbenutzer verbrauchen Worte, entleeren die Namen der Dinge, entzaubern das Wesen der Sprache. Sprachzauberer lassen die Sprache sprechen.