Frage

Welche Superkraft hättest du gerne?

Carsten hat mich das gefragt. Nicht so, ein bisschen anders, verklausuliert und in einem ganz anderem Kontext. Er meinte Superman, Batman und andere Superhelden! Er wollte nicht laufen können, oderRomane schreiben, eher Rennfahrer sein, oder ins Weltall fliegen und dort neue Planeten entdecken. 

Meine Superkraft wäre gar nichts Spektakuläres wie fliegen oder Gedanken lesen.

Ich würde erkennen und wirklich glauben können, dass die Menschen um mich herum mich mögen. Und ich würde mich selbst mögen. Ich könnte ehrlich sagen, wie gern ich jemanden habe – oder auch, wenn mir jemand weniger nahesteht –, ohne Angst zu haben, den anderen zu verletzen oder etwas falsch zu machen. Einfach offen, wertschätzend und ohne diese ständige Unsicherheit.

Einsamkeit

Es gibt eine Einsamkeit, die entsteht, obwohl man so selten allein ist. Oder gerade deswegen!

Mein Alltag dreht sich rund um Pflege, Termine und Verantwortung für zwei schwerstmehrfach behinderte Junioren – und dabei verliere ich mich selbst oft aus dem Blick. Ich trage mit meiner großen Liebe zwei Junioren durchs Leben und denke nur im Verborgenen still an meine Traurig- und Einsamkeit.

Liebe ist manchmal schwer!

Trotzdem stehe ich jeden Morgen immer wieder auf, pflege, ver- und umsorge den Kerle und das Töchting und kämpfe für sie. Dieser Mut, diese Kraftanstrengung – ich weiß darum – wird mit Liebe vergolten. Aber an manchen Tagen bin ich dennoch traurig und allein.

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