Nachteule und Lerche unter einem Dach – der Kerle hat um halb zwölf noch Rennen zu fahren, das Töchting singt um fünf fröhliche Kauderwelschlieder.
Nachdem mein Sohn endlich in Morpheus Armen lag, war im anderen Zimmer Alarm angesagt: „Mama,“ klang es kläglich: „ich falle aus dem Bett!“ Es war ein Bild für die Götter, Füße und Oberkörper mit dem Leintuch zugedeckt, der Po splitterfasernackt hingt über der Bettkante. Sanft wollte ich mein Töchting wieder in die Mitte schieben, sie korrekt zudecken und endlich selbst schlafen gehen, da fing sie an zu erzählen: Ein kleiner Maulwurf hat ihr die Zudecke weggezogen und sie mit seinen Grabeschaufeln, wie ein Bagger, von der Matratze schieben wollen … STOP – ich wollte ins Bett!
Um halb zwei hing sie wieder halb aus dem Bett, diesmal tief und fest schlafend. Der Kerle grunzte nur und ließ sich bereitwillig umdrehen.
Kaum war ich wieder im eigenen Bett, der Podcast mit Robin Gosens war allerdings so interessant, dass ich hellwach lauschte, kam aus Carstens Zimmer ein ohrenbetäubender Lärm. Spielautos flogen und es hörte sich nach einem Kampf an. Hast du nicht gesehen? Ich lief stolpernd die Treppe hoch und versuchte zu retten, was zu retten war. Die außerirdische Armee hat wieder zugeschlagen und wollte die Kerle entführen. Auch er wollte mir die ganze Geschichte erzählen … STOP – ich muss ins Bett!
Ja, und dann ist das Töchting freudestrahlend um fünf wach geworden, wollte aufs Klo, was zu trinken und Musik wollte sie auch hören. Den Kerle habe ich um zwanzig nach sieben aus dem Bett geschält. Komisch, wenn der wach ist, ist der wach – egal wie wenig er gepennt hat.
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So ganz außergewöhnlich ist das allerdings nicht – manche Nächte sind eben so!